Wo bitteschön ist Waldwick?

# Prolog

Reisen langfristig zu planen und vorzubereiten ist eigentlich mein Ding.
"Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt."

Erst zieht unser Sohn nach South Carolina, worauf wir Tickets nach Atlanta buchen, um ihn zu besuchen und zu sehen wie er dort lebt.
Drei Monate später wird er nach New Jersey versetzt.
Ganze zwei Tage telefoniere und verhandle ich mit Lufthansa, um kostenlos die Tickets umzubuchen. Doch unser gebuchter Tarif gibt das nicht her.
Wir sind so ziemlich unglücklich darüber. Sind aber nicht bereit die hohen Umbuchungskosten zu zahlen.
Just-in-time ändert die LH die Flugpläne. Die Abflugzeit ATL-MUC verschiebt sich um ganze zehn Minuten. Und genau dann habe ich eine Mitarbeiterin im Callcenter am Telefon, die viel Herz für unseren Umstand hat und ganz kulant aus diesem Grund die Flüge kostenlos storniert.
Was für ein Glück!
Die Flugverbindung nach Newark ist dann sogar noch deutlich preiswerter.
Das zur Vorgeschichte.

# Anreise

Die Zeit zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingstmontag ist prädestiniert für eine Kurzreise. Für sechs Urlaubstage bekommt man netto neun Tage Urlaub.
Am Donnerstagmorgen chauffiert uns unsere Tochter zum Airport.
Was für ein Vorteil wenn die Kinder schon "groß" sind
Berlins Straßen sind heute leer und so stehen wir schon nach 45 Minuten am Check-in Counter und werden so unsere vier großen Koffer endlich los.
, sylwiabuch.de Ja. Vier Koffer.
Einer beinhaltet einen Bildschirm den unser Sohn noch nicht über den Teich bringen konnte. Der andere wichtige "Hilfslieferungen" wie eine Halbjahresration an Schokolade und Gummibärchen. Des weiteren Wetsuit, Wanderschuhe und Bettzeugs. Letzteres ist wichtig für all die Besucher, die nun wesentlich größeres Interesse haben unseren Sohn zu besuchen, der nun nur vierzig Minuten von Manhattan entfernt seine Bleibe hat.

Das Prozedere des Eincheckens ist schnell erledigt.
Im Bistro Leysieffer stoßen wir mit zwei Prosecco auf einen guten und ruhigen Flug an.

In Frankfurt reicht die Umsteigezeit aus, um gemütlich vom Terminal A zum Terminal Z zu kommen. Liegt ja eigentlich genau darüber. Doch die notwendige Passkontrolle zwingt uns andere Wege zu laufen.
Wie auch immer.

, sylwiabuch.de

Unser Flieger - in einem wunderbar nostalgisch wirkenden "Kleid" - steht schon startbereit.
Die Reihen der Premium Economy befinden sich in der B 747-8 genau über dem Flügel. Hinter drei Reihen Economy Class folgen vier Reihen der Premium Economy. Danach folgen die restlichen Economy Reihen. Eine etwas seltsame Bestuhlung.

FRA-EWR, sylwiabuch.de
FRA-EWR, sylwiabuch.de
FRA-EWR, sylwiabuch.de

Der eigentliche Flug ist völlig unspektakulär.
Die Sicht auf eventuelle vor sich hintreibende Eisklötzer entfällt wegen geschlossener Wolkendecke.
, sylwiabuch.de Ein Glück, dass ich bei Landungen so gar keine Angst habe.
Denn wir fliegen erst mindestens eine Viertelstunde - wenn nicht sogar mehr - durch eine fette Wolkensuppe und ganz plötzlich haben wir den Boden erreicht

In Newark regnet es.
Hm...wie ärgerlich. So wollte ich nicht empfangen werden.

Das ist der Anblick unseres Fliegers.
Laut Expertenmeinung im Reiseforum ist es die vorletzte Boeing 747-8i die an die Lufthansa ausgeliefert wurde.
"Übergeben am 25.3.2015. MSN ist die 1513 und im Retrodesign der 70iger Lackierung von LH. Kennung D-ABYT"

Boeing 747-8, jumbojet, sylwiabuch.de
Boeing 747-8, jumbojet, sylwiabuch.de

Die Immigration dauert eine Stunde. Aber das haben wir auch nicht anders erwartet.
Der Officer ist verwundert über die Wahl unseres Ersthotels. Nämlich in Persippany. Und fragt nochmals genauer nach, was wir dort wollen.
Als wir behaupten dort Verwandtschaft zu haben, ist er sichtlich zufrieden und läßt uns gehen.

sylwiabuch.de

Mit der Ausschilderung des Weges zur Ringbahn am Airport EWR kommen wir nur schlecht zurecht.
Dann fahren wir auch noch in die falsche Richtung!
Eine Stunde später kommen wir endlich bei Hertz an.
Hier erfahren wir, dass Rainer Gold-Member ist und man deshalb schon alles vorbereitet hat.
Wir sind ganz erstaunt und wissen von nix.

Hertz EWR, sylwiabuch.de

Ok. Ist eben eine lange Anreise gewesen...
Ein weißer Hyundai Tucson ist unser. Das ist für unsere Pläne hier absolut ok.
Bei der Ausfahrt bekommen wir einen Ausdruck der zusätzliche Kosten ausweist.
Ja, so haben wir das aber nicht gebucht.
Also geht's nochmals zurück. Vom Manager erfahren wir, dass der ADAC Voucher angeblich nur für sechs anstatt für neun Tage sein soll.
Lange Rede - kurzer Sinn: man ändert den Vertrag nach unseren Wünschen. Was man nicht ändern kann, ist die verlorene Zeit.
Kurz nach 7pm, also fast drei Stunden nach der Landung, verlassen wir das Gelände!
Bis Waldwick sind es dann noch eine knappe Stunde Autofahrt.

Unser Sohn erwartet uns schon. Das letzte Mal haben wir uns zu Weihnachten gesehen.
Jetzt fahren wir noch ins Outback, essen unser Lieblingsgericht: Victorias Filet und fühlen uns sofort gut und vertraut.

outback, sylwiabuch.de

Kurz nach 11pm ist der Tag dann auch für uns zu Ende.

Achja... was ich nicht vergessen möchte hier festzuhalten, ist die coole Kopfkissenauswahl für uns:
Es gibt Kopfkissen für Rückenschläfer und
Kopfkissen für Bauchschläfer

Waldwick und Umgebung

Tag 1: Unterwegs in New Jersey

Die Regenfront hat sich verzogen.
Es ist jedoch immer noch leicht bewölkt - aber recht warm.

Der Kühlschrank eines voll arbeitenden Junggesellen ist erwartungsgemäß sehr übersichtlich gefüllt.
Es gibt jedoch ausreichend Cerealien und Milch.
Fürs Erste.

# Waldwick

Wir cruisen etwas durchs Örtchen und verschaffen uns einen Überblick.
Herrlich dieser Ort.
Alles sieht aus wie in einem alten amerikanischen Film, wo die Welt noch in Ordnung ist.
Die Straßen sind sehr sauber.
Die Grundstücke haben keinen Zaun.
Die Vorgärten sehen sehr gepflegt aus.
Und das Ganze ganz in der Nähe der bekanntesten Weltstadt!

Aus dem Auto und während der Fahrt versuche ich einige Impressionen aus der Gegend einzufangen.
(Einige Aufnahmen sind vom frühen Abend)

waldwick, new jersey, sylwiabuch.de
waldwick, new jersey, sylwiabuch.de

Danach geht es zu IHOP nach Ramsey.
Kurz vor der Einfahrt auf das Grundstück von IHOP bietet die US17 einen ersten Blick auf die Skyline Manhattans.
Wie genial!

ramsey, new jersey, sylwiabuch.de

Einen straffen Plan für den heutigen Tag gibt es nicht.
Da das Wetter immer noch nicht besonders einladend ist, fahren wir zu Wal-Mart und arbeiten die Mitbringsel-Liste ab.
Im Wal-Mart Supercenter in Passaic finden wir fast alles. Zugegeben. Unsere Liste ist aber auch nicht lang.
Das scheint die richtige Entscheidung gewesen sein, denn als wir den Laden verlassen, kommt die Sonne raus. Und es wird richtig warm.

Tunnels in Jersey City

# Jersey City

Das nächste Adventure ist das Fahren durch die unendlich vielen Straßen in Jersey, ohne dabei durch den Tunnel nach Manhattan zu gelangen.
Rainer macht das prima und ich staune, wie er sich an den Abzweigen und Kreuzungen zurechtfindet, obwohl bei mir das Gefühl vorherrscht, es gäbe hier keine Straßenführung ohne Sperrungen und Einengungen. Die Straßen sind zum Teil in schlechtem Zustand und ich habe das Gefühl, überall wird gebaut.
Der Weg bis zu dem Punkt, von dem man auf die Skyline Manhattans schauen kann, ist fotografisch nicht ganz uninteressant.

new jersey, sylwiabuch.de
new jersey, sylwiabuch.de
new jersey, sylwiabuch.de
new jersey, sylwiabuch.de
new jersey, sylwiabuch.de

Jersey City befindet sich auf einem Teil einer Landzunge, die parallel zu Manhattan verläuft.
Es liegt wie ein Sandwich zwischen Hoboken und Bayonne. Der Hudson River trennt Manhattan und Jersey City. Gleichzeitig bildet der mächtige Fluß die Staatsgrenze zwischen New Jersey und New York

Der bekannte Liberty State Park und Ellis Island sind Teil der Stadt.
Jersey City wird von zahlreichen großen Verkehrsverbindungen durchzogen.

Hier steht man immer irgendwie im Stau oder stockendem Verkehr.
Im Laufe der Woche werden wir noch öfter mit diesen Zuständen zu kämpfen haben!

View from Exchange Place

# Exchange Place

Im modernen Teil der Stadt angekommen, suchen wir erst einmal einen Parkplatz.
Jedenfalls versuchen wir es.
Die Parkhäuser locken mit Preisen jenseits von Gut und Böse.
Doch in Seitenstraßen findet man auch gar nicht so schwer freie Parkplätze. Doch verwirren uns die vielen Regelungen, die wir auf den Schildern lesen so stark, dass wir immer wieder weiterfahren. Letztendlich geben wir auf und stellen unser Auto ab. Ganz nach dem Motto: Augen zu und durch. Zur Not müssen wir eben einen Strafzettel in Kauf nehmen.
Bis zum Ufer, von wo ich "das" Bild machen will, müssen wir etwa fünf Minuten laufen.
Also völlig akzeptabel.

Doch bis wir die geeignete Stelle gefunden haben - ja, ich hätte mich besser vorbereiten sollen - kommen immer mehr Wolken auf.
Die Spitzen der Glitzerfassade von Manhattan werden von den tiefhängenden Wolken vereinnahmt.
Macht nix.
Hierher kommen wir definitiv noch einmal wieder. Auf alle Fälle zum Sonnenuntergang!


Man sieht West-Manhattan. Bis etwa zur 60.Straße.

Exchange Place,new jersey, sylwiabuch.de

Der Anblick von diesem Platz ist beeindruckend.
Von hier kann man die gesamte Westküstenlinie Manhattans sehen.

Exchange Place,new jersey, sylwiabuch.de
Exchange Place,new jersey, sylwiabuch.de
Exchange Place,new jersey, sylwiabuch.de
Exchange Place,new jersey, sylwiabuch.de

Blick Richtung Ellis Island und Freiheitsstatue

Exchange Place,new jersey, sylwiabuch.de
Exchange Place,new jersey, sylwiabuch.de
Exchange Place,new jersey, sylwiabuch.de

Der 42 stöckige Goldman Tower erinnert ein wenig an das weitaus höhere aber ebenso massiv dastehende IFC in Hongkongs Hafen.

Im Gregorys Coffee machen wir bei Cappuccino und Kuchen eine Snackpause.
Das ist eine weitverbreitete Kette, die es in der Umgebung und besonders aber in Manhattan sehr oft gibt.
Hier gibt es free wifi. Natürlich nur wenn man nach dem Passwort fragt.

gregorys cafe,new jersey, sylwiabuch.de

Wir verlassen den Platz.
Abgesehen, dass es immer windiger und ungemütlicher ist, drängt die Zeit.

Exchange Place,new jersey, sylwiabuch.de

Wir kämpfen uns zurück nach Waldwick, das wir nach 6pm erreichen.
Hier scheint die Sonne. Keine Wolke - nur blauer Himmel!

Kurz vor 7pm kommt unser Sohn nach Hause.
Jetzt geht es endlich gen Süden - nach Philadelphia.

Die Fahrt dauert etwa zwei Stunden. Eine gute Zeit um sich zu unterhalten. Denn bisher hatten wir noch nicht genügend Zeit dazu.
So bleibt auch keine Zeit fürs Jetlag.

In Philadelphia fahren wir gleich zu unserem Hotel, dem Residence Inn, Philadelphia.
Als wir unser Auto auch noch im Hotel parken wollen, fallen wir aus allen Wolken! 48USD sollen wir fürs Parken zahlen. Doch der Bellboy hat ein Herz und gibt uns einen guten Tipp: im Parkhaus von Macys zahlen wir für 24 Stunden nur 28 USD.
Wow. Ist ja fast ein Schnäppchen!

Residence Inn Marriott, Philadelphia, sylwiabuch.de

Das Dinner gibt es bei "Cheesecake Factory".
Seit wir wissen, dass es hier auch "richtiges" Essen gibt - nicht nur Käsekuchen - gehört es bei jedem USA-Besuch zu unseren Lieblingsrestaurants.
Rainer lässt sich einen Fisch auf Reis servieren, unser Sohn einen Burger und ich einen Kobe-Burger.
Einfach nur lecker!

Cheesecake Factory, Philadelphia, sylwiabuch.de

Noch bevor wir das Lokal verlassen, erwischt mich irgendwie eine Kreislaufschwäche.
Der heutige Tag war wohl doch zu viel für mich. Gut dass ich von zwei starken Männern begleitet werde

Gefahrene Strecke: 183mi = 295km