lower calf creek falls trail,utah
Tag 9: ...genug ist genug...
Heute gibt es ein ausgiebiges Frühstück. Schließlich sind wir in einem Bed&Breakfast.

Cate macht nicht nur Frühstück, nein, es wird auch alles bilderbuchreif arrangiert.
Wir sind die einzigen Gäste, denn ursprünglich wollte sie ihr Haus für 2 Wochen schließen. Ihre Mutter, wohnhaft in Aspen/CO ist krank.

Sie nimmt sich viel Zeit für uns und wir schwatzen ein wenig.
Kurz nach 10 Uhr starten wir Richtung Calf Creek Campground.
Es sind mittlerweile gut geheizte 34°C.
Unser Ziel: die eigentlich recht anspruchlose Wanderung zum Lower Calf Creek Wasserfall.
Cate hat uns schon darauf vorbereitet, daß es seeeehr warm wird. Deshalb bin ich mit einem feuchten Händehandtuch bewaffnet, das meinen Nacken abkühlen soll.
Der Weg ist teilweise auf festem Untergrund und teilweise müssen wir durch feinsten Ostseesand. Es ist nicht die Kondition die uns zu schaffen macht, sondern die sengende Hitze. Jedoch begegnen wir erstaunlich vielen Wanderern, und auffällig vielen Deutschen.
Nach einer knappen Stunde wird jeder Baum zu meinem Retter. Da hat man auch mal Zeit sich genauer in der Umgebung umzuschauen. Einige Kakteen blühen noch. Das verwundert uns, sind diese meist im Sommer, zu unserer Reisezeit, nur noch verblüht zu sehen.
Ich versuche mir vorzustellen, daß ich doch noch vor einigen Wochen gefroren habe.
Oder ich erinnere mich an Bilder anderer Wanderer, die mit Kaputze und fröstelnd wandern mußten.
Nee, nix hilft...meine Gedanken können mich nicht abkühlen.
Ich bin mir ganz sicher: Wenn ich an dem Wasserfall ankomme, latsche ich mit ganzer Klammentur einfach weiter, bis ich bis zum Hals im kalten Naß bin.
Ein satter dröhnend, dunkler Knall weckt mich aus meinem Tagtraum auf.
Ganz offensichtlich ist ein Felsen in den Canyon gerutscht.
Boah. Ich schaue nach oben, ob wir in Gefahr sind. Aber das kann man gar nicht abschätzen.





Ich muß ziemlich fertig aussehen, denn fast jeder sagt zu mir: "it's worthy"....jaja, ich geb' schon nicht auf!
Man sieht zu allererst den Wasserfall zwischen den Bäumen.
Und dann erst sieht man ihn ganzer Pracht...und die Luft scheint kühler zu werden.
Als ich endlich vor dem Ziel stehe, bin ich mir sicher, daß es wohl einer der schönsten Wasserfälle ist, die ich je gesehen habe.

Das Wasser ist schweinekalt. Aber die Luft ist herrlich.
Achja, ich bin nun doch nicht reingelatscht. Rainer hält aber nix mehr. In Nullkommanix schwimmt er zum Wasserfall.
Ich bin schon zufrieden, daß ich mich bis zum Knie abkühlen kann.
Es ist eine weitere Familie hier...Deutsche aus Hamburg, aber ursprünglich aus Dresden.
Wir quatschen ein wenig, tauschen unsere Erfahrungen aus. Wir erfahren, daß sie auf'm Zeltplatz übernachten.
Na, die beneide ich nicht. Klar, romantisch ist es sicherlich, aber bei der Wärme?
Dann mache ich noch mehr als 20 Aufnahmen vom Wasserfall...Hochkant, quer...aber letztendlich bleibt für diese Seite nur eine Aufnahme ein Favorit und die folgenden Nahaufnahmen:
Der Rückweg ist ok. Aber der Sand hat sich noch mehr aufgeheizt und strahlt Wahnsinnswärme aus.
Beim letzten Drittel schwöre ich, keine Wanderungen mehr bei dieser Hitze zu machen. Dafür bin ich einfach zu alt!


Auf dem Weg zum nächsten Abenteuer machen wir im Kivakoffeehouse eine Pause.
Ich brauche einen Kaffee!!!... und Rainer seine süße Limonade.
Von hier oben hat man eine wirklich traumhafte Aussicht. Und kann praktisch einen Rundumblick genießen.

Es ist erst 2.30pm und genug Zeit, um den 2. Anlauf zu starten, die Hell's Backbone Straße zu erkunden.
Wir fahren also bis Boulder. Das Wetter will einfach nicht, daß wir hinfahren...es wird immer bewölkter. An der Hell's Backbone Bridge ist keine Sonne mehr. Im Gegenteil, es fängt an zu regnen.
Die Aussicht in die Schluchten ist trotzdem phänomenal.











Hier kehren wir um. Der Weg von hier bis Escalante ist weitaus länger als bis Boulder. Und außerdem wollten wir im Hell's Backbone Grill essen gehen.
Tja, aber leider ist heute ein anderes Team im Einsatz. Die Bedienung eine Katastrophe die Auswahl an Essen...naja. Wir nehmen einen Salat und entscheiden uns das Lokal zu wechseln.
Gleich nebenan ist der Burr Trail Grill, den hat uns Cate empfohlen.

Von außen sieht das Gasthaus eher aus wie eine Bretterbude und die Bedienung ist nicht nur extrem tätowiert, sondern auch noch überall gepierct....aber davon sollte man sich nicht täuschen lassen. Tatsächlich sind die nicht nur flott und freundlich, sondern die bieten die besten und saftigsten Burger, die ich je gegessen habe.

...und dann geht's nach Escalante.
Bei dem schönen Sonnenuntergang ...muß ich auf Fotostopps bestehen.



Nach Sonnenuntergang sind wir endlich zu Hause und fallen erledigt ins Bett.
Gefahrene Meilen: 87mi = 140km
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