los angeles,california
Tag 25: ...auf zur kalifornischen Küste...
Auch heute hat sich die Waldbrandsituation nicht geändert.
Auf dem Weg zum Frühstück mache ich noch einmal Aufnahmen, um die Lichtstimmung einzufangen.
Der Rauch hat sich über Nacht über das gesamte Coachella Valley verteilt. Überall liegen Aschepartikel.
In den Nachrichten wird berichtet, daß der Brand in den San Jacinto Mountains mittlerweile etwas mehr als 10.000Hektar Waldfläche verschlungen hat. Dabei sind 7 Wohnhäuser und 16 weitere, öffentliche Gebäude verbrannt.
Nach dem Frühstück: the same procedure as every time...
denn heute ist wieder Reisetag. Das letzte Stück.
Und damit kommt das Ende des Urlaubes immer näher.
Unterwegs auf der I70 bleiben wir immer wieder stehen. Die Rauchwolke sieht imposant aus. Es ist ein wirklich bedrückendes Gefühl bei dem Gedanken, was da oben alles zerstört worden ist.
2011 haben wir den San Jacino State Park (link zum Bericht) besucht und sind mit der Harley über den "Pines to Desert Highway" im Hinterland des Coachella Valleys (link zum Bericht) unterwegs gewesen.
Knapp zwei Stunden später sind wir in Santa Ana. Und hier schließt sich der Kreis...zu 1993.
Vor genau 20 Jahren -nach unserer 4 wöchigen ersten Rundreise mit dem Wohnwagen- hatten wir für die Anschlußzeit kein Hotel reserviert. Denn im Reisebüro, in dem ich gebucht habe, sagte man mir:"...in den USA muß man Hotels nicht reservieren, da fährt man vor und checkt ein".

Hm. Also ging es gleich nach der Abgabe des Wohnwagens auf Hotelsuche.
Ganz unbedarft begann natürlich die Recherche an Orten, die man so aus dem TV kennt, also Santa Monica oder Venice Beach. Doch entweder waren die Hotels schon ausgebucht oder wir waren nicht bereit so viel für eine Nacht zu bezahlen . Schließlich wollten wir da nur schlafen...
Geholfen hat uns letztendlich das AAA-Tour-Book, das eine ganze Liste von ordentlichen und bezahlbaren Hotels aufgelistet hatte. Unterwegs mit unseren Kindern, damals 6 und 10 Jahre alt, sollte deren Geduld nach 4 Wochen "rote Steine gucken" nicht weiter überstrapaziert werden. Wir haben ihnen nämlich versprochen: am Ende der Reise, da gehen wir nur noch baden und zwar im Pazifik!
Ausnahmen bestätigten natürlich die Regel, denn ein Tag wurde für "Hollywood&Co" investiert.

Nach etwas längerer aber geduldiger Suche landeten wir im Hotel Terrace Drive, Santa Ana im Howard Johnson. Wir bekamen eine Junior Suite für ganze 50.14 USD. Und das Ganze incl.Frühstück.
Viele Jahre kamen wir hierher, allerdings in das Hotel gegenüber, das damals noch ein Radisson Suite Hotel war. Seit 2003 wurde es ein Hampton Inn und damit verlor das Hotel uns als Gäste. Und irgendwie ist aber dieses Santa Ana zu unserem "zu Hause" an jedem Ende eines USA-Urlaubs geworden. Wir "testeten" zeitweise auch andere Hotels in dieser Gegend aus, aber hier ist's wie früher.
Andenken an 1993...lang' ist's her...
Beim Blättern und in Erinnerungen schwelgend, habe ich doch tatsächlich diese Hotel-Rechnung von damals gefunden.
Aber nicht nur die, sondern auch Tankrechnungen aus dem Jahr 1993...
Getankt wurde damals u.a. in Kayenta, Palm Desert und Lee Vining (Mono Lake)...
In diesem Jahr sollte es also wieder Santa Ana sein. Unser früherer "Stammsitz" verlangt mittlerweile etwa 180,-USD/Nacht...und über Priceline wollte ich auch nicht reservieren.
Bei tripadvisor habe ich für das ehemalige Howard Johnson, das sich nun zum Best Western verzaubert hat, durchgehend gute Kritiken gelesen.
Der Blick auf die Preise hat mich sofort überzeugt: Ein Zimmer incl. Frühstück für 107.44USD incl.tax und kostenlosem Parkplatz. Neuerdings wird ja in Costa Mesa und Santa Ana auch fürs Parken abkassiert. Zimmer gleich gebongt!
Das Zimmer ist pickobello sauber. Es gibt einen mittelgroßen Kühlschrank.
Die Klimaanlage funktioniert sogar bei wenig Lärmbelästigung. Das ist aber vielleicht nicht ganz so wichtig. Denn jetzt, am frühen Nachmittag, sind es nur noch 30°C. Und bekanntlich fallen die Temperaturen nachts hier auf knapp 20°C.
Der Pool ist zwar schön in der Sonne, aber wer will schon Pool, wenn in 5 Meilen Entfernung der Pazifik wartet!

Rechts noch einmal eine Aufnahme unseres ehemaligen Lieblingshotels in Santa Ana.
So.
Nach dem Auspacken starten wir erst einmal gen Meer.
Vorher geht's allerdings in eine japanische Fastfoodkette, zu Yoshinoya. Ja, tatsächlich ist es vielen unbekannt, aber Japaner essen nicht nur Sushi
Schade nur, daß die Yoshinoya's im Ausland die Darreichung so amerikanisiert haben, in dem das Essen in Styroporschalen serviert wird.
In Japan gibt es die Beef Bowl nach wie vor in einer Porzellanschale (s.rechtes Bild).
Ja und weil dieses Jahr auch ein wenig eine "Nostalgietour" werden sollte und wir schon immer nach dem Motto leben: "never change a running system"... fahren wir an den Strand, den wir lieben gelernt haben: in
Newport Beach auf der Balboa Halbinsel...bevorzugt zwischen der 14th St. und 10th St.
So genau kann man sich das nicht aussuchen, denn Parkplätze sind hier Mangelware. Ganz besonders wenn man erst am späten Nachmittag ankommt.
Das Wasser hier im Pazifik südlich von LA ist hundekalt.
Rainer kann das aber nicht abschrecken.
Doch nach einer halben Stunde im Pazifik gibt er es -vollkommen "erfrischt"- zu.
Die letzten Stunden des Tages verbringen wir spazierend auf dem Newport Pier. Mit ganz klassischen Aussichten auf Beach und Meer.
Wobei wir bisher selten eine so klare und weite Sicht genießen konnten.
Hier am Pier ist Angeln der Sport No.1...
Überwiegend asiatisch aussehende Angler beherrschen das Bild. Teilweise hat man den Eindruck, die gesamte Familie ist hier...von Oma bis Kleinkind.
Als dann dieser Rochen gefangen wird, bleiben recht viele Spazierende stehen vor Entsetzen. Erst knipst der Angler dem Rochen einen Stachel ab, wobei fast alle Frauen vor Schreck wegschauen...und dann sehen wir zu, wie der Angler das Tier quälend alleine läßt. Immer mehr Menschen bleiben stehen und ich habe das Gefühl, daß nicht nur ich am liebsten den Rochen wieder in's Meer schubsen würden. Das Tier quält sich immer mehr und man sieht ihm den Todeskampf an...dann endlich kommt der Angler wieder zum Tier, macht ein Foto mit einem Mobilphone und wirft das arme Tier wieder zurück in's Wasser.
Alle atmen auf...und es folgt ein gemeinschaftliches Klatschen, daß der kleine Rochen weiter leben darf.
Erst dann löst sich die Traube Zuschauender auf.
In der untergehenden Sonne leuchten die in der Front stehenden Häuser wie zur Weihnachtszeit, teilweise mit einem langen Schein. Lange bleibt uns diese Stimmung leider nicht erhalten.
Ja, wir mögen es hier.
Schöner hätte uns die Kalifornische Küste nicht empfangen können.
Gefahrene Meilen: 148mi = 238km
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