Ancient Bristlecone Pine Forest,california
Tag 21: ...wenn ein Tag zu wenig Stunden hat...
Unser letzter Tag in Mammoth Lake und es stehen noch viel zu viele offene "Posten" auf'm Programm. Zu allererst geht es zum Minaret Vista, das ist nicht weit von unserem Hotel entfernt. Und außerdem kann man den herrlich bizarren Kamm am Vormittag viel besser sehen. Das Wetter könnte nicht besser sein.

Aussichtsplateau Minaret Vista befindet sich in einer Höhe von 2815m
37°39'24"N 119°03'41"W 2815m
Und dann interessiert mich noch diese Sehenswürdigkeit: die Eartquake Fault
Starke Erdbeben haben wir schon einige in unserem Leben gespürt und überlebt...aber einen Riss in der Erde, den haben wir noch nie gesehen.
Die kurze Stichstraße führt uns bis zu einem Parkplatz.
Von hier sind es zwar nur wirklich wenige Schritte bis zum Erdriss, aber man sieht es nicht, wenn man nicht weiß, wo genau es sich befindet.

Wir gehören also zu denen, die es nicht sehen...

Also fahren wir noch einmal zum Rangerhäuschen am Eingang zum Postpile, um zu erfahren, wo genau nun das Corpus Delicti zu finden ist.
Ungewöhnlich, aber so eine unfreundliche "Tussi" als Rangerin habe ich noch nie erlebt.
Hm.
Wir fahren also zurück...und siehe da...
Augen auf!
Der Riss entstand vor 550 bis 650 Jahren...also keine Gefahr.
Schade eigentlich. Mich hätte etwas "Aktuelleres" mehr interessiert.
Der Spalt ist etwa 2-3m breit und bis zu 10m tief.
Die sich gegenüberliegenden Seiten, passen exakt zueinander.

Und so sehr ich die Sonne mag...aber der Kontrast ist so krass, daß man schon Probleme mit den eigenen Augen hat, um es genau zu sehen.

Wir "inspizieren" diese Schlucht und dann steht die Frage in der Luft: Wer sagt denn, daß nicht alle Canyons genau so entstanden sind?. Den Rest hat natürlich das Wasser und der Wind verrichtet.


Und spätestens jetzt, da ich diese zwei toten Schönheiten vor meinem Objektiv habe, machen wir Schluß und fahren zu unserem eigentlichen, heutigen Ziel

...zum Ancient Bristlecone Pine Forest
Von Mammoth Lakes geht's schnurstracks... weiter als bis Bishop kommen wir erst einmal nicht.
Denn hier gibt es einen Starbucks. Und nichts ist wichtiger als ein richtiger Kaffee.
Aber dann gehts wirklich los, denn es ist kurz vor Mittag.
In Big Pine verlassen wir den Hwy 395, um in die CA168 einzubiegen.
An der Ecke steht ein sehr markanter und dominater "Giant Sequoia", der aus Anlaß der Eröffnung des Westgaard Passes für den Automobilverkehr gepflanzt wurde.
Dieser Baum ist nicht nur groß, sondern absolut perfekt und symmetrisch gewachsen.
Gewidmet ist dieses Prachtstück dem Präsidenten Theodore Roosevelt.
Und gepflanzt wurde der Baum am 23.Juli 1913, also vor 100 Jahren. Es fehlen ganze 10 Tage, denn heute ist der 13.Juli.

Für interessierte Touristen, wie wir es sind, gibt es hier eine umfangreiche Schau- und Informationstafel.
Hier also gibt es die ältesten Tannen, die Bristlecone Pines. Einige sollen 4000 Jahre alt sein...und zählen immer noch zu den lebenden Bäumen!
Nach etwa 13 Meilen nehmen wir den nächsten Abzweig in die White Mountain Rd.
Der Abzweig ist sehr gut ausgeschildert.

Das sind die Koordinaten:
37°16'56"N 118°09'05"W.

Die weiteren 10 Meilen bis zum Schulman Grove Visitor Center sind allein die Anreise schon wert.
Wir haben freien Ausblick in das Owens Valley mit der im Tal liegenden Stadt Bishop und sogar in die gegenüberliegende östliche Sierra Nevada.
Im Tal sieht man die Stadt Bishop.
Die Außentemperaturen haben hier oben unsere Wohlfühltemperatur von 33°C erreicht.

Das ist das erst im Herbst 2012 eröffnete "Schulman Grove Visitor Center"
Am Ziel angekommen haben wir, ohne es zu realisieren, enorm an Höhe gewonnen.
Hier nur mal zum Vergleich:

Mammoth Lakes 2445m über NN
Big Pine 335m über NN
Visitor Center 3065m über NN
Der Park der "Bristlecone Pines" gehört zum Areal der White Mountains.
Das Visitor Center ist wunderschön und die Ausstellung bzw. die Informationen sind sehr interessant.
So kann man hier von einem Wissenschaftler Dr. Edmund P.Schulman lesen, der erst im Jahr 1953 das Gebiet entdeckt hat und daß es hier die ältesten Bäume gibt.
Über die Auszählung der Jahresringe idendifizierte er im Jahr 1957 den ältesten Baum mit einem unvorstellbaren Alter von 4.723 Jahren.
Dieser Baum, der "Methuselah", gilt bis heute als der älteste noch lebende Baum der Welt.
Welcher genau das ist, wird zu seinem Schutz nicht bekannt gegeben. Nur eins ist bekannt, daß er sich auf dem Methuselah Trail befindet.
Es gibt hier 3 Wanderwege:

- den Discovery Trail (1,6km)
- den Methuselah Trail (7,3km)
- Bristlecone Cabin Trail (3,2km)

Das gesamte Gebiet steht unter Schutz und es ist strengstens untersagt Andeken in Form von Ästen o.ä. mitzunehmen.
Wir nehmen uns zu erst den kürzeren Weg vor.
Bevor wir jedoch starten, fragen wir im Center nach, wo es die "fotogenen", kahlen Bäume gibt. Denn der anfängliche Trail läßt nicht erkennen, was uns hier erwartet.

Gerade habe ich die ersten "halbkahlen" Bäume und Wurzeln entdeckt, da zieht eine fette Wolke auf dem vorher so wolkenlosem Himmel genau über uns auf. Die wunderschöne Kombination aus dunkelblauem Himmel und dem in der Sonne gelbrot gefärbtem Holz verschwindet. Was soll's. Es ist trotzdem interessant... interessante Wurzelgebilde ohne Ende ...
Auf der letzten Hälfte des Weges ist die Sonne noch einmal ganz lieb und strahlt die "Musterstücke" noch einmal an.
Es sieht einfach nur sonderbar aus...
Das ist der Weitblick zum Ende des Discovery Trails.
Mit Staunen und Fotografieren haben wir viel zu viel Zeit verbraucht.
Hm.
Wir sind uns einig: dieser kurze Weg hat uns schon einen recht guten Einblick in die Natur dieses Teilstücks gebracht.
Wir machen uns auf den Rückweg.
Auf dem Hinweg schon haben wir einen Vistapoint gesehen. Da wollen wir unbedingt unser Picknick machen. Schließlich reisen wir seit gestern mit Picknicktäschchen...incl. Stullen und heißem Tee.
Der angesteuerte Punkt ist einsam und unentdeckt.
Ist ja auch keine Kunst. Der Bristlecone Park ist nicht so überrannt wie z.B. der Yosemite. Hier ist man weitesgehend alleine.

Hinter diesem Berg "versteckt" sich eine einsame Bank für den einsamen Wanderer
oder auch für hungrige Reisende, wie wir es sind...
Was für eine Traumlocation...Rundumblick von etwa 300°!
Bisher haben wir ja "nur" Richtung Owen Valley und Eastern Sierre schauen können. Von hier oben sieht man auch noch bis zum Deep Springs Valley und weiter die umliegende Gebirgskette des Death Valley...
Wir haben wettertechnisch aber auch wirklich Glück!

...ein mühsamer Versuch aus 4 Fotos ein Panoramabild zu erstellen...

Bevor wir wieder auf die Hauptstraße kommen, "frißt" sich die CA168 ein kurzes Stück durch den Berg. Danach hat man wieder den Blick in das weite Owen Valley.

Viel zu spät erreichen wir den Hwy395. Und die Sonne malt die Landschaft fast schon herbstlich. Da irgendwo hinten, da befindet sich dieser wunderschöne Park mit diesen seltsam verküppelten und alten Bäumen.
Viel zu spät erreichen wir die Hot Springs. Die geothermischen "Tümpel" liegen schon im Schatten.
Na macht nix...
Da weiß ich schon jetzt, was wir morgen als erstes machen werden...
Als wir in's Parkhaus unseres Hotels reinfahren, da waren wir sichtlich erstaunt:
Neun Porsche! stehen hier direkt neben uns, einschließlich des Behindertenparkplatzes.
Und das Parkhaus ist nicht nur verwinkelt, wo weitere dieser sonst seltenen Autos stehen, sondern es gibt noch eine 2.Parkhausebene.
Sind wir im falschen Hotel?...Haben wir etwas verpaßt?...
Gefahrene Meilen: 192mi = 309km
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