mesquite sand dunes,death valley
Tag 18: Temperatursturz!
Schon zum Sonnenaufgang sind wir wach und fahren zu dem Punkt, von dem man die optimalste Aufnahme der Mesquite Sand Dunes machen kann. Der ist nämlich nicht am Parkplatz, sondern eine halbe Meile weiter in östlicher Richtung.
Aber wie enttäuschend ist das denn?
...der Himmel ist irgendwie "matschig" und hat keine Struktur, die Sanddünen sind farblos...
Hm.
Das ist das Beste was ich hinkriege.
Nach dem Frühstück und Auschecken holen wir uns im General Store einen Sack Eis für unsere Kühltasche.
Eine kostenlose Gabe des Hotels...weil's hier so warm ist.
Gerade als wir einsteigen wollen, steht da so ein "verdächtiges" Auto mit einer "Tarntapete" beklebt.
Ha!
Da wird sich wohl Kind 2 über die Aufnahme freuen.
Klar, daß ich mich erst wieder vor die Rezeption stelle, wo es WiFi gibt, und gleich diese Aufnahme nach Hause schicken "muß".
Und tatsächlich kam sie gut an und ein neuer Desktophintergrund ist entstanden.
Der ganz trockene Kommentar über whatsapp: "...ja rumstehen und rumfahren sehe ich die hier täglich, aber nicht vor so einer dramatischen Kulisse..."
Nach den ersten Schnappschüssen, so nach dem Motto: erst einmal einfangen und dann in Ruhe eine schöne Aufnahme machen, dreht er ab und fährt weg!
Mann, ist der empfindlich!
Na und dann fahren wir noch in das südlich gelegene Visitor Center in Furnace Creek.
Ja, es ist ein Umweg. Denn unser heutiges Ziel liegt eigentlich nordwestlich von Stovepipe Wells Village.
Aber heute ist ein ganz besonderer Tag.
Vor genau 100 Jahren, am 10.Juli 1913, wurde hier im Furnace Creek die höchste Temperatur von 134°F, also 56,7°C fachmännisch gemessen.
Das ist eine Temperatur, die bis heute auf der Welt nie mehr gemessen wurde.
Das zur Theorie...
Denn eigentlich galt bis vor einem Jahr die Temperatur von 58 Grad, die im libyschen Wüstenort Al-Asisia als der höchste Wert, der je gemessen wurde, als absoluter Record.
Die Messungen seien aber von einem unerfahrenen Beobachter mit veralteten Geräten durchgeführt worden. Und so hat die World Meteorological Organization (WMO) in Genf den "Titel" dem libyschen Ort aberkannt.
So weit, so gut.
Das heißt also, daß meine gestrigen Temperaturablesungen am Autothermometer auch unfachmännisch sind. Das, obwohl ich unsere Temperaturanzeige mit dem riesigen Thermometer am Visitor Center verglichen habe... ?
Und eigentlich wollten wir dabei sein, wenn eine Vorführung der anerkannten Messmethode stattfindet.
Die findet aber erst um 12.00Uhr statt und wir haben noch einen kleinen Weg bis nach Mammoth Lakes/CA vor uns.
Wir finden uns also mit der Tatsache ab, daß man wohl ohne uns messen wird...

Stovepipe Wells Village

Auf dem Rückweg entlang der CA190 gen Norden, sehen wir dann noch so ein "Tarnauto" mit Tapetenbekleidung, des gleichen deutschen Herstellers wie vorhin.
Wir fahren dann noch einmal am Stovepipe Wells Village vorbei und "verabschieden" uns endgültig vom Death Valley mit den Aufnahmen. Die teilweise sehr kurvige Straße ist die kürzeste Verbindung zwischen Stovepipe und der US395.

Das Wetter wird immer schlechter. Wir hatten also mit unserem gestrigen perfekten Wetter richtig Glück!
Bevor die Fläche des vertrockneten (jedenfalls im Sommer) Owens Lake beginnt, macht die CA190 einen scharfen Knick gen Westen.
Wenn man jedoch die Straße in Fahrtrichtung weiter geradeaus fährt, wird diese zur CA136.
Weswegen ich das hier genau beschreibe?
Hier, wo die CA136 auf die US395 trifft, befindet sich das Eastern Sierra Interagency Center.
Wir lassen uns beraten über die Gegend um den Ort Mammoth Lakes.
Der Ranger zaubert nicht nur richtig schöne Karten vom unter dem Tisch hervor...ist ja wie zu Ostzeiten...
Und als wir ihm klarmachen, daß wir Null Interesse am Yosemite haben, hat er prompt genug andere Tipps auf Lager.
Das ist das Ziel unserer nächsten Tage.
Im Örtchen Lone Pine bleiben wir im "Totem Café" auf ein Käffchen.
Mich interessiert vor allem...bzw. ich will die Bestätigung, daß hier in den Alabama Hills der Film "Django unchained" wenigstens teilweise gedreht wurde.
Die Kellnerin hat den Film noch nie gesehen. Ok.
Aber im Filmmuseum kriege ich dann meine Bestätigung...und ja!...ich fühle mich gut
 
...also mit dem Tipp brauchen die jetzt nicht mehr zu kommen... jetzt ist es zu spät!
Der Weg bis zu unserem nächsten Hotel für die nächsten 4 Nächte, dem Juniper Spring Resort, ist etwas öde.
Seeehr öde...
So öde, daß Rainer ein Mittagsschläfchen einlegen muß.
Mit mir ist ja nicht viel Unterhaltung möglich, denn auf Straßen, die ich kenne oder die so öde sind, schreibe ich unseren Reisebericht.
Mammoth Lakes empfängt uns nicht nur mit bescheidenem Wetter, es sind auch noch 23°C Kälte!!!
Das ist voll ungesund...und ja, wir wünschen uns das Death Valley her.
Im Resort beziehen wir ein kleines und gemütliches Condo...
Und unser "Edelgeschirr" wird sich wohl für einige Zeit etwas vernachlässigt fühlen.

Das Condo ist mit Allem ausgestattet. Das Geschirr&Co sehen blitzblank aus...auch die Töpfe!
Nur eingekauft hat keiner...das müssen wir wohl alleine machen.
Bei VONS holen wir etwas Grundnahrungsmittel, denn bisher haben wir nur Flüssignahrung im Kühli.
Und weil der Tag noch nicht "voll" ist, fahren wir zum Devils Postpile NM.
Das Rangerhäuschen ist nicht besetzt und so bleibt die Frage, ob man wirklich nur mit einem Bus zum NM kommt, unbeantwortet. Jetzt, nach 7pm, fahren wir mit unserem Fahrzeug runter.
Die Serpentinenstraße ist schön. Überhaupt gefällt uns das ganze Örtchen...alles im frischesten Grün und es riecht wunderbar.
Einziges Manko: wir sind heute früh bei 0m über NN gestartet und sind jetzt bei 2445m über NN. Die Luft ist knapp und der Druck auf die Brust ist schon gewöhnungsbedürftig.
Unten am Devils Postpile angekommen, ist alles schon ziemlich dunkel. Für jede Wanderung ist es zu spät. Aber was soll's: wir haben schon mal "vor"-geguckt.
Bei solchen "Aktionen" kann man unheimlich super die Statistik für gefahrene Tageskilometer "maximieren".
Gefahrene Meilen: 272mi = 438km
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