furnace creek,california
Tag 17: ...kreuz und quer im Death Valley
Die Klimaanlage hatte gut zu tun und hat uns erholsam über die Nacht gebracht.

Nach dem "Selfmade-Breakfast" incl. diverser Kornflakes aus den "wunderschönen" Styroporschüsselchen, Kaffee und Orangensaft mit "Pulp" sind wir bereit für die Herausforderung des heutigen Tages.
Nicht daß wir solch' Wahnsinnswanderungen geplant haben, nein es sind die Temperaturen, die schon beim Start an der 40°C-Marke kratzen.

Ok. Wir behaupten ja immer, daß wir die Wärme lieben...mal sehen.
Zu allererst geht's aber an die einzige Tanke hier, auf der gegenüberliegenden Seite. Der Preis ist ok...die Gallone kostet: 4,78 USD.

Impressionen und Ausblicke von der Kreuzung Scottys Castle/Daylight Pass Rd...

Mesquite Sand Dunes , dahinter silberglänzende Dächer des Stovepipe Wells Village

Corkscrew Peak , unterwegs auf dem Daylight Pass
Entlang der CA190 geht's Richtung Osten, über den Daylight Pass, wo wir Kalifornien verlassen, um wieder auf Nevada-Territorium auf der NV374 zu fahren bis zum gut ausgeschilderten Zugang zum Titus Canyon Drives.
Der unbefestigte Weg ist gut zu fahren. Es ist natürlich von Vorteil, niemanden vor sich zu haben. Denn hinter uns entsteht eine riesige Staubwolke. Das obwohl wir nie mehr als 30mp/h fahren. In kürzester Zeit sind wir auf einer Höhe von 1.500m und die Temparaturen fallen auf 34°C.
Der erste Teil ist nur mäßig interessant. Abgesehen von sehr markanten Steinen, bei denen es nur wenig Fantasie bedarf, um Gestalten zu sehen.
Trotzdem sind wir ziemlich langsam unterwegs und bleiben immer wieder stehen, um die grandiose Natur und die Größe besser erfassen zu können. Ein PKW überholt uns dann...und das ist auch der Einzige, der uns auf dieser gesamten Strecke begegnet.
Bunt gestreifte Steinwände sind das Bild, das sich uns bietet und ein Weg der sich zwischendrin durchschlängelt.
Unterwegs führt der Weg an einer sogenannten Ghosttown Leadfield vorbei. Offensichtlich waren die Grabungen hier in dieser Gegend wenig erfolgreich. Es gibt keinerlei Hinweise, was genau hier gefunden wurde, ob es Gold, Silber oder Borax war. Jedenfalls wurde das Postoffice im August 1926 eröffnet und schon im Februar 1927 wieder geschlossen.

Leadfield und was davon übrig blieb...


Noch bevor wir die "slottige" Stelle erreichen und wir uns kaum vorstellen können, daß es hier außer Kriechtieren und Schlangen kaum größeres Leben geben soll, überqueren doch tatsächlich mehrere ausgewachsenen Dickhornschafe die Straße. Das Ganze so unverhofft, daß ich meinen Fotoapparat, der sowieso immer griffbereit auf meinen Schoß liegt, gar nicht von der Objektiv-Klappe befreit kriege...Naja und deren Hintern will ich dann auch nicht aufnehmen.

Hier beginnt der Titus Canyon und die Strecke wird interessanter und enger. Zwischen den immer höher werdenden Steilwänden schlängelt und windet sich die Straße so eng durch, daß man kaum den weiteren Straßenverlauf sehen kann.
Am Ende des relativ kurzen "Canyon"-Teils öffnet sich die Enge und man hat einen herrlichen Blick ins Tal.
Gesamte Länge 23.9 Meilen.

Bis hierher könnte man auch die Einfahrt von der Death Valley-Seite, über die Scottys Castle Rd. nutzen. Den Rest müßte man erwandern, denn im Canyon ist es eine Einbahnstraße, die in Nevada beginnt.
Vollkommen begeistert und motiviert noch mehr im Death Valley zu sehen, entscheiden wir uns für die nächste Attraktion, die bei dieser Hitze machbar ist. Hier im Valley zeigt unser Thermomether wieder knappe 50°C an...aber eben nur "draußen". Im Auto haben wir gepflegte 23.5°C.
Auf den Besuch des "Scottys Castle" habe ich gar keine Lust, also gehts von hier aus gleich die Scottys Castle Rd. gen Norden zum Ubehebe Crater. Die Fahrt dauert eine reichliche halbe Stunde und es bedarf nur weniger Schritte bis zum Blick in den monumentalen Krater.
Ubehebe ist der größte Crater einer Serie von Cratern mit einem Durchmesser von etwa 800m. Die Tiefe ist wohl nicht ganz klar. Auf dem Schild am Rim kann man etwas von 500ft (=153m) lesen. Jedoch in der Broschüre des NP ist von 600ft (=183m) die Rede. Ob es nur eine Höhenangabe von verschiedenen Standorten ist, ist uns unklar geblieben.
Auch wird in der Broschüre der allgemein bekannten Übersetzung für den Namen "big basket" widersprochen. Der richtige Name sei in der Sprache der Timbisha Shoshone Indianer: coyote basket. Wie auch immer die richtige Bezeichnung ist, beeindruckend ist diese schöne gerade und gleichmäßige Form.
Man kann auch einen Wanderweg zum Grund des Craters erkennen...aber dafür sind mir die vergleichsweise zum Tal hin herrschenden "frischen" 33°C einfach zu heiß!
Ein kurzer viertelmeilen langer aber steiler Weg zum noch besseren Ausblick zum großen und anschließend zum kleineren Krater ist aber drin.

Bei 823 m Höhe messen wir diese Koordinaten 37º00'27"N 117º27'17"W


das ist der kleiner Krater...in völlig anderer Farbe...
Und wer jetzt noch nicht genug hat, kann noch weiter wandern.

Eigentlich war jetzt Pool angesagt...aber Rainer hält sich nicht an die Abmachung und will noch unbedingt zur Natural Bridge. Da habe ich eigentlich gar keine Lust drauf. Aber ich bin nicht der Fahrer und füge mich kleinlaut.
Als wir am Beginn des Trails zur Natural Bridge ankommen, weht ein extrem starker Wind aber dieser ist so unvorstellbar heiß, wie ich den sicher noch nie im Leben erlebt habe.
Wir stehen vor dem Infokasten und gucken uns ratlos an.
Es fühlt sich an, als könnte man von diesem heißen Wind in der Luft verbrannt werden.
Ein anderes Paar, das schon am Schaukasten steht, entscheidet sich gegen die kurze Wanderung zur Bridge und fährt wieder ab.
Rainer will auch abfahren.
Ich bin stinkesauer, daß ich hierher mußte und wir jetzt wieder abfahren sollen.
Nö. Das kommt nicht in Frage. Jetzt ziehe ich das durch! Es ist ja nur eine halbe Meile!
Ich ziehe also sofort los, während Rainer noch zum Auto geht und irgend etwas holt.
Unterwegs begegne ich einer sehr städtisch gekleideten Frau, also mit weißem Hut, weißer Hose...keine Ahnung: Dachte sie, hier ist alles asphaltiert???
Auch egal. Ich frage sie, ob es weit ist.
Offensichtlich ist mir schon nach wenigen Minuten das Gedächtnis vertrocknet, denn ich weiß doch, daß es nur ca. 800m sind. In ihrem radebrechenden Englisch sagt sie etwas über "edge" und "corner" und ihrem Gesichtsausdruck ist anzusehen, daß sie das Ziel nicht wirklich sehenswert empfunden hat.
Na gut.
Rainer ruft aus der Ferne irgend etwas und sucht mein IPhone zur Aufzeichnung der Strecke. Ich höre es zwar, bin aber nicht gewillt, hier zu warten. Denn ich habe schon etwas gesehen, was Rainer noch nicht sieht: Schatten
Obwohl der Weg bis zur Bridge nur eine 5%ige Steigung hat, ist die Anstrengung unvergleichlich.
Der trockene und heiße Wind schneidet einem die Kehle durch. Das Atmen fällt schwer. Bis zum Arch trinke ich 2 kleine Flaschen Wasser.
Und es sind letztendlich nur 640m für die wir bei diesen Temperaturen nur 10min brauchen.


36º17'06"N 116º45'57"W
Der erlösende Blick in's Valley...da unten rechts steht unser Auto!

Als wir wirklich fix und fertig von dem heißen Wind im Auto ankommen, zeigt die Temparaturanzeige im Auto 57°C. Sicher sind es im Valley viel weniger. Aber hier stauen sich eben die Temperaturen! ...ich jedenfalls, habe es geschafft!
Rainer kommt etwas später zurück.
Auf dem Weg zurück nach Stovepipe Wells nehmen wir den kleinen Schlencker über den Artist Drive noch mit.
Schön bequem zu fahren und ja, hier haben die Künstler mal alle Farben zur Auswahl.
Leider war der "Künstler" hinter der Kamera etwas "müde". Die Aufnahmen geben leider nicht die wirkliche Schönheit und den Farbreichtum wider.
Zur Abkühlung und Auffrischung kehren wir dann noch in die Saloonbar im Furnace Creek Resort ein. Denn ich brauche spätestens jetzt einen Koffeinkick!
Ja und dann gibt es Leute, die kommen mit so 'nem Auto vorbei ...so wenig Bodenfreiheit...
Jedenfalls gehen mir die Fotomotive hier im flächenmäßig größten National Park nicht aus....

Kurz nach 5pm sind wir im Zimmer.
Jetzt aber schnell noch in den Pool. Von wirklicher Abkühlung kann nicht die Rede sein.

Der Sonnenuntergang malt die Natur mit unwirklichen Farbkombinationen an.
Und als es dunkel wird, gehen wir wieder in den Badwater Saloon und essen Burger und dazu gibt es Alaska Beer. Der Saloon ist nur mittelmäßig besucht, da alle darauf hingewiesen werden, daß es Essen nur im Restaurant gibt. Ist totaler Quatsch. Die Küche ist die Gleiche nur das Flair im Saloon ist uriger.
Was war das für ein Tag... was haben wir nicht alles gesehen!
  Tagestour Death Valley
Größere Kartenansicht
  • Date:
  • Distance:
  • Elapsed Time:
  • Avg Speed:
  • Max Speed:
  • Avg Pace:
  • Min Altitude:
  • Max Altitude:
  •  
  • Start Location:
  • Latitude:
  • Longitude:
  •  
  • End Location:
  • Latitude:
  • Longitude:
  • 09.07.2013 10:29 am
  • 317,3 kilometers
  • 4:53:17
  • 64,9 km/h
  • 114,0 km/h
  • 0' 55" per km
  • 0 m
  • 1.598 m
  •  
  •  
  • 36º 36' 24" N
  • 117º 08' 47" W
  •  
  •  
  • 36º 36' 24" N
  • 117º 08' 49" W
Kurz vor Mitternacht riecht es in unserem Zimmer extrem nach Rauch...brennt es hier etwa???
Unsere Kaffeemaschine ist es nicht...sonst sind ja keine weiteren Geräte an.
Ich stürze raus, gucke vor die Tür...da macht der Typ von nebenan BBQ mit einer meterhohen Flamme.
Andere stehen auch schon mit entsetzten Blicken und schauen, woher der Brandgeruch kommt.
In der Rezeption wird uns mitgeteilt, daß er die Erlaubnis vom Resortmanagement hat.
Aha.
Wir sind trotzdem total entsetzt, denn die Funken trägt der heiße Wind im Nu nach oben.
Sind wir doch gestern gerade an Pahrump vorbei gefahren, wo seit Tagen ein Brand nicht stillbar ist, in Arizona gerade vor einigen Tagen 19 Feuerwehrmänner bei ihrer Arbeit ums Leben gekommen sind...
Und das Management erlaubt hier bei offener Flamme zu grillen? Uns ist es egal ob das Brandgut in einer offenen "Schüssel" liegt.
Wir fragen uns ernsthaft, wer eine solche Erlaubnis bei dieser Hitze und dem trockenen Wind mit gutem Gewissen geben kann!
Wir sind froh, als der Typ nach Mitternacht seine paar Würstel gebrutzelt hat und das Feuer zum Stillstand gebracht hat.
Unverständlich wie verantwortungslos hier gehandelt wird.
Gefahrene Meilen: 212mi = 341km
Counter