• Lees Ferry 
    Tag 9
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Highlights des Tages

Spencer Trail

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Lees Ferry Trail

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Ein schöner kurzer Trail. Auch für absolut Untrainierte ...

Waterholes Canyon

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Das Finden des Abstiegs ist hier die Herausforderung ...

Spencer Trail & Waterholes Canyon

Das heutige Programm ist wieder ziemlich ambitioniert: Spencer Trail, Lees Ferry Trail und dann das abgestürzte Auto im Waterholes Canyon fotografieren.

Zu allererst fahren wir zum Lechee Tribal in der Coppermine Road, um uns ein Permit für den Waterholes Canyon zu besorgen.
Dieses Büro hat allerdings nur von MO-FR 9am-5pm offen.
Gut, das haben wir jetzt auch dazu gelernt.
Weil heute Samstag ist, ist folgerichtig geschlossen.
Wir fahren also zum Verkaufsstand des Upper Antelope Canyon und besorgen uns das Permit hier: 5 USD pro Person.

Unterwegs sehen wir wieder die Aufforderung zum Bezahlen der Recreation Area Fee.
Eine Rangerin macht sich gerade mit der Aushängetafel zu schaffen und so hätten wir hier beinahe gelöhnt, wenn...ja wenn ich nicht in letzter Minute gelesen hätte, dass dieses Gebiet zur Lake Powell Recreation Area gehört.
Und diese Fee von 15 USD haben wir schon vor zwei Tagen bezahlt.

Jetzt geht es aber zum Lees Ferry Parkplatz:

lees Ferry,Arizona,USA

Am Parkplatz der Lees Ferry, am letzten befahrbaren Punkt, stellen wir unseren Jeep ab und marschieren mit sechs Flaschen Wasser, meinem Weitwinkelobjektiv, Toilettenpapier (man weiß ja nie) und einem Fernrohr los.

lees Ferry,Arizona,USA

# Spencer Trail

Spencer Trail,Arizona,USA

Der sehr steile Spencer Trail führt 500 Meter hoch.
Praktisch am Rand entlang einer senkrechten Wand.
Besonders der Anfang des Trails ist einfach nur steil.
Der Weg ist irgendwann angelegt worden, wird aber nun nicht weiter gepflegt, heißt im Klartext: rumliegende, lose Steine bleiben da, wo sie der Wind und Regen hingeschoben haben.

Wir sind in guter Kondition. Regelmäßiges Training im Fitneßcenter sei Dank.
Das Einzige was wir nicht trainiert haben, ist die knallende Sonne auf den Kopf.
Nach etwas mehr als einer Meile anstrengender Wanderung und enttäuschenden 100 von 500 Meter Höhenanstieg, hängt endlich eine Scholle so weit heraus, dass man sich erst einmal vor der Sonne geschützt setzen kann.

Nach ungefähr einer halben Stunde Wanderung hat man diese Aussicht auf den Colorado:

Spencer Trail,Arizona,USA
Spencer Trail,Arizona,USA
Spencer Trail,Arizona,USA
Spencer Trail,Arizona,USA

Die Aussicht ist prächtig, jedoch haben wir noch nicht den Teil des Weges erreicht, von dem man bis in den Marble Canyon schauen kann.
Wie immer, „schaut“ Rainer schon mal ein bischen vor, läßt aber den Rucksack hier im Schatten stehen. Der weitere Weg ist erst einmal gar nicht mehr so steil.
Ich entscheide mich, den Rucksack hier tatsächlich zu deponieren und gehe weiter.
Die Serpentinen werden immer enger und der Trail nur noch etwa 45 Zentimeter breit mit anschließender Steilwand. Bisher ist mir das noch gar nicht aufgefallen!
Ich schaue auf den Weg nach unten und mich durchfährt eine Panik.
Jetzt kann ich mich nicht mehr drehen - weder nach oben noch nach unten.
Hätte ich doch nicht nach hinten geschaut!
Nun gebe ich Rainer Zeichen, dass ich hier nicht weiter kann.
Ich stehe fast fünf Minuten auf der Stelle und weiß nicht wie man hier umkehren könnte. Festhalten kann man sich hier auch an keiner Wand oder an einem Stein, denn die Steine sind locker und der Weg von „loose gravel“ nur so gespickt.
Ich habe versagt. Ich denke an unseren Freund, der, wenn wir ihm so unsere Reiseerlebnisse erzählen, uns darauf hinweist in den PA zu schauen, wie alt wir sind.

Mit größter Überwindung schaffe ich eine Drehung und hangele mich bis zu der Schattenscholle wieder zurück.
Rainer kommt auch wieder zurück und hilft mir über die nächsten Serpentinen ohne Wand.
Es tut mir echt Leid, dass ich der Hemmschuh auf dieser Wanderung bin und das nicht der Kondition wegen.
Wir vereinbaren, dass Rainer alleine den Spencer Trail macht und bis 3pm zurück sein will.
Ich nehme den Autoschlüssel mit und Rainer meinen Fotoapparat inclusive Weitwinkel.

Das sind Rainers Aufnahmen:

Spencer Trail,Arizona,USA

Und am Ende des Spencer Trails...von hier blickt man auch tief in den Marble Canyon
N36°52'11" W111°34'33"

...oder auch nach Page...denn das ist das gleiche Niveau

Spencer Trail,Arizona,USA

Rainer braucht 2h 33min. bis zu dieser Stelle. Dabei muß er Wege überwinden, die nur 40 cm breit sind und an einer Steilwand entlang führen.

# Spencer Trail Down

  • Date:
  • Distance:
  • Elapsed Time:
  • Avg Speed:
  • Max Speed:
  • Avg Pace:
  • Min Altitude:
  • Max Altitude:
  • Start Location
  • Latitude:
  • Longitude:
  • End Location
  • Latitude:
  • Longitude:
  • 07.07.2012
  • 2,64 kilometers
  • 54:32.1
  • 2,9 km/h
  • 12,2 km/h
  • 20' 38" per km
  • 947 m
  • 1.421 m

  • 36º52'11" N
  • 111º34'33" W

  • 36º51'59" N
  • 111º34'54" W

Das ist die "Wand" mit dem Spencer Trail:

Spencer Trail,Arizona,USA

Beim genauem Hinsehen entdeckt man diesen Arch.

# Lees Ferry Trail

Mein restlicher Weg nach unten ist einfach, denn immer ist eine Wand da, an der man sich festhalten kann.
Unten angekommen gehe ich einen Teil des Lees Ferry Trails.
Der führt immer entlang des Colorado mit immer wieder neuen und wunderschönen Ausblicken auf den Fluß und beginnenden Steilwänden.

Lees Ferry Trail,Arizona,USA

Auch von hier kann man sehr schön auf den Colorado & Umgebung gucken.

Doch irgendwann ist mir der Weg zu langweilig und ich kehre zurück, in der Hoffnung mich im Auto etwas abkühlen zu können.
Im Auto ist es grauenhaft heiß. Unsere Wasserflaschen scheinen zu kochen.
Rettung finde ich an der Anlegestelle Lees Ferry, wo es einen großzügig überdachten Platz mit Alubänken gibt. Dort lege ich mich hin und versuche mich abzukühlen.
Ich beobachte, wie Busse die Teilnehmer der Dam-to-Lees Ferry-Boattour abholen.
Spreche mit einer perlenketten-behangenen Deutschen, die grob gesagt die ganze USA in fünf Tagen „abarbeitet“.

Lees Ferry Trail,Arizona,USA

Blick auf den Colorado vom Lees Ferry Parkplatz.
Am Nachmittag spiegelt sich die dunkelrote Wand im Fluß.

Gegen 2.50pm gehe ich Rainer mit zwei abgekühlten Wasserflaschen entgegen.
Tatsächlich ist er auch gerade auf dem letzten Stück des Trails angekommen.
Junge, Junge...sieht der fertig aus!
Unterzuckert, unterhopft und dehydriert.
Für ihn gibt es nur eins: Badehose anziehen und abkühlen im Colorado.
Das Wasser hier ist allerdings so kalt, dass es ihm gar keinen Spaß macht, im Colorado ein ausgiebiges Bad zu nehmen.

Spencer Trail,Arizona,USA

Nach einem anstrengenden Hike

Als "Belohnung" geht es wieder zum Restaurant der Lees Ferry Lodge.
Beim Eintreten sieht uns die Betreiberin, erkennt uns, und sagt zu ihrem Angestellten:
„... sweety ist wieder da und will nur seinen Zuckerhaushalt auffüllen!“
Und es gibt wieder Kakao mit Sahne und Apfelkuchen.

So gestärkt geht der Tag natürlich noch nicht zu Ende...jetzt geht es noch in den Waterholes Canyon. Also nur in einen Teil des Canyons.

Marble Canyon,Arizona,USA

# Waterholes Canyon

Am Eingang stehen 5 Autos.
Tatsächlich sehen wir, wie eine Armada junger Leute mit Guide ganz offensichtlich von der „Great Wall“ kommen.
Der Eingang zum Canyon ist nach einigen Fehlversuchen gefunden.
Und ja, wenn man den gefunden hat, ist der Abstieg popel einfach.

Waterhole Canyon,Arizona,USA
Waterhole Canyon,Arizona,USA
Waterhole Canyon,Arizona,USA
Waterhole Canyon,Arizona,USA
Waterhole Canyon,Arizona,USA
Waterhole Canyon,Arizona,USA
Waterhole Canyon,Arizona,USA
Waterhole Canyon,Arizona,USA
Die Sonne steht jetzt ganz tief und "malt" mit schönem Licht die Steinwände in glühendem Rot bis Blau: Es geht einmal bis zum schon bekannten Autowrack und zurück.

Oben wieder angekommen ist die Sonne schon kurz vor dem Untergehen. Auf der gegenüberliegenden Seite sehen wir grasende Ziegen und Kühe, deren Weideland durch einen ganz "natürlichen" Zaun begrenzt wird.

Waterhole Canyon,Arizona,USA

Ganz offensichtlich zu sehen, hängt über dem Lake Powell eine Regenwolke, während wir hier das tolle Licht genießen.

...und dann entdecken wir noch auf der Steilwand 2 "Petroglüfen", die sich von Page und den roten Steinen hier verabschieden...

Am Ende des Tages fahren wir noch in die Dam Bar. Ohne uns frisch zu machen.
Das ist hier kein Problem.
Wir werden wieder vom gleichen Kellner bedient.
Das Essen ist wieder ausgezeichnet. Das Bier natürlich noch besser.

Gefahrene Strecke: 114mi = 184km