auf in's Bacardi Paradise

- Prolog -

Die Seychellen, die standen nie auf der Wunschliste.
Eigentlich sollte es auf die Hawai'i Inseln gehen. Doch wollten wir dazu unsere Meilenpunkte verwenden.
Seit Ende November telefoniere ich deshalb mit UAL und checke täglich die Angebote. Aber es ist einfach nichts zu bekommen.
Ich habe einfach keine Lust mehr zu warten, zu checken.
Als mir dann die Stimme vom UAL-Callcenter vorwirft, daß ich nicht erwarten kann in der Highseason einen Business-Freiflug zu bekommen, resigniere ich und suche nach einer Destination wo es Wasser, Palmen und tolle Strände gibt.

Freunde von uns schwärmten nach ihrem Besuch von den Seychellen. Ja warum auch nicht? Wie wär's mit den Seychellen?
Rainer zu überzeugen fällt mir nicht schwer. Überall wo es viel Wasser gibt, da fühlt sich Rainer immer gut!
Ich lese und studiere unzählige Reiseberichte und kontakte Gabi & Uwe

sowie Gerhard.

Natürlich lasse ich mir es nicht nehmen alles individuell zu organisieren.
Die Flüge, die Fähre von Praslin nach LaDigue und die Übernachtung auf Mahé buche ich im Netz.

Die Vorfreude hält sich, jedenfalls bei mir, in Grenzen.
Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, daß mich irgendeine "Bade-Destination" überzeugt.
Und so wälze ich wieder Reiseberichte und einen der wirklich wenigen ausführlichen Seychellen-Reiseführer den es auf dem Markt gibt, das "Seychellen Handbuch" von Därr (erschienen im Dumont Verlag), um nicht nach 3 Wochen zu sagen müssen:
wir waren nur baden.

- Anreise -

Der Tag beginnt ganz entspannt. Eigentlich.
Rainer ist schon seit 5 Uhr wach und kann nicht schlafen. Unsere Schwägerin bringt uns zum Flughafen. Das Wetter ist traumhaft.

Wir checken die Koffer bis zum Ankunftsort durch. Das, obwohl wir den Flug bei unterschiedlichen Airlines mit unterschiedlichen Buchungsnummern gekauft haben. Telefonisch bekamen wir die Auskunft, daß wir die Koffer in MUC erst einmal in Empfang nehmen müssen und dann neu einchecken sollen.
So ein Quatsch!
Am TXL sind alle ganz entspannt und wir kriegen einen Anhänger der unsere Koffer direkt bis Mahé/Seychelles schickt.

Bevor wir Berlin verlassen gibt es wie immer zu allererst zwei Prosecco
Und dann geht's ab mit der A320 der LH Richtung München.
Hier gießt es wie aus Kannen.

txl-muc

Wir landen auf dem T2 und bisher sind wir auch immer von hier aus weitergeflogen. Genau deshalb ist uns der Airport so sympathisch, weil er so klein und übersichtlich ist. Doch heute sollen wir den Flughafen MUC von einer anderen Seite kennen lernen.
Es geht hoch und runter, mit dem Bus zum T1 und hier gilt es noch unendlich Strecken zu überwinden.
Das T1 scheint ja das Terminal für all die "Chicken-Airlines" zu sein. Mit Zielen überwiegend in die Türkei bzw. Russland.
Hm.
Haben die überhaupt hier einen Zugang zum A380???
Was soll's. Wir warten und essen überteuerte Panini's. Dazu gibt es eine Flasche Wasser für 4.20€

Kurz nachdem unser Flieger von Emirates am Finger erscheint schreitet eine Armada von wunderschönen Emirates-Flugbegleiterinnen an uns vorbei.
Wow!
Es scheint, jede Reihe hat einen eigenen Flugbegleiter?

Mit der A380 zu fliegen ist wie mit einer Hightech-Sänfte der Lüfte unterwegs zu sein.
Der Sitzabstand ist weitaus größer als bei der Lufthansa.
Das Essen auch ausgesprochen lecker. Schließlich sind wir mit der Holzklasse unterwegs und dafür ist das Lamm wie in einem Sternerestaurant: innen rosa außen gut gewürzt. Hätten wir noch Messer und keine Drücker, wäre es kaum auszuhalten vor Perfektheit.

txl-muc

Wir erreichen Dubai viel zu früh und kreisen noch etwas.
Nach genau fünf Stunden und vierzig Minuten landen wir endlich auf dem Airport Dubai.
Irgendwo abseits des Flughafengebäudes.
Es ist kurz vor Mitternacht und als wir die Gangway betreten, empfangen uns noch 31°C mit einer ungeheuren Luftfeuchtigkeit.
Die Klamotten kleben sofort am Körper!

Mit dem Bus werden wir dann zum Hauptgebäude gefahren.
Wir schlendern zum nächsten Terminal, trinken unterwegs noch ein Foster und ein Kirin und checken ein zum nächsten Flieger, einer B777-300 für die Strecke DXB-SEZ.
Hier im Warteraum ist es extrem kalt.
Wir sind froh, als wir endlich boarden und wieder im Warmen sitzen können.

Während wir schon auf unseren Plätzen ganz brav angeschnallt sitzen, gehen die Stewardessen durch die Kabinen und sprayen pro Abteil 4 Dosen von Irgendetwas... es riecht nicht. Aber wir sind schon etwas verwundert, daß wir mit irgendeiner Chemie bedieselt werden.
Kurz nach dem Start gibt es das Frühstück... verwunderlich ist es doch etwa um 2 Uhr. Die Qualität des Essens ist eher durchschnittlich und nicht zu vergleichen mit dem leckeren Essen von MUC nach DXB.
Nach etwa einer Stunde Flugzeit erreichen wir den Indischen Ozean und gleichzeitig geraten wir in leichte aber dauernde Turbulenzen.
Bis hierher hatte ich doch "drogenfrei" den Flug hingekriegt, aber nun geht es nicht mehr. Schade.
Nach einer Tablette schlafe ich den Schlaf der Gerechten und uuupsi ganz plötzlich sind wir im Landeanflug auf die Hauptinsel Mahé.

Es ist 6.50 in der Frühe.
Hier scheint gerade ein "Tropical Shower" runtergegangen zu sein.
Die Palmen glänzen und mein erster Gedanke:
sieht aus wie auf Rarotonga/Cook Islands.

Hier gibt es auch keinen "Finger" und so geht es die Gangway runter.
Das Klima ist herrlich.
Urlaub wir kommen!

Airport mahé,seychelles
Airport mahé,seychelles
Airport mahé,seychelles
Airport mahé,seychelles

Das Personal an den Immigration-Schaltern sind gaaaanz entspannt und so brauchen wir etwa eine Stunde bis wir unsere Koffer in Empfang nehmen können.
Schon beim Rauskommen stehen viele Menschen und man wird von allen angequatscht mit welchem Reiseveranstalter wir gekommen sind.
Fehlanzeige - wir sind Individualisten!

Im Nebengebäude ist die Abfertigung für die Domestic Flights.
Alles wird etwas praktisch und direkt gehändelt.
Eigentlich haben wir den 9 Uhr-Flieger gebucht. Doch werde ich das Gefühl nicht los, daß schon alle da sind. Und so bucht man uns um und wir fliegen eben schon eine halbe Stunde früher.

Wir fliegen mit einer De Havilland DHC-6 Twin Otter und sitzen in Reihe 1. Wie cool.
Eine Tür zum Cockpit gibt es nicht und so könnte Rainer auch von seinem Platz aus schalten und walten. So end sitzenwir am Cockpit.
Der Überflug macht einfach nur Spaß! Das obwohl Fliegen nicht so mein Ding ist.

Flug mahe nach praslin

So. Wie geht es nun weiter?
Als Individualreisende haben wir uns das vorherige Buchen des Transfers zum Hotel gespart.
Wir nehmen uns ein Taxi für 300 Rupien (etwa 19 €) und lassen uns zu unserem Hotel, dem Black Parrot Suites fahren. Der Blick aus dem Fenster ist dramatisch schön. Aber ich verschlafe fast den gesamten Weg.

Als wir ankommen, geht es erst einmal zur Rezeption des Coco de Mer und es gibt kalte Tücher zum Erfrischen und irgendeinen bunten Cocktail und dann... keine Ahnung... meine Flugangsttabletten wirken ja noch. Ich bin tiefenentspannt und schlafe in den großen Sesseln einfach wieder ein.
Als mich Rainer weckt, werden wir mit einem Golfcart in unser eigentliches Hotel gefahren.
Hier penne ich natürlich sofort weiter.
Mir entgeht der traumhafte Blick vom offenen Aufenthaltsraum nebst Swimmingpool.

Als unsere Suite fertig ist, springen wir als erstes unter die Dusche und pennen dann beide.

Black Parrot Suites

Erst nach 5 pm kommen wir zu uns.
Ok.
Was machen wir jetzt?
Erst einmal gehen wir an die Cocktailbar und begrüßen den Urlaub mit einer "White Lady", quatschen mit der Dienstdame, die hier das Mädchen für alles ist und genießen den Ausblick auf's Meer.
Dann wird es Zeit, um etwas "Festes" zu essen.
Auf dem Weg zum Coco de Mer, dem "Schwesterhotel" des Black Parrot Suites, sind wir total fasziniert von dem Ausblick auf's Meer und die untergehende Sonne.

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Das Ambiente der Mango Terrace Bar gefällt uns gut. Sehr romantisch.
Die Speisenauswahl ist relativ klein. Doch gibt es für Fisch-und Fleischesser genug Variationen.
Das Essen ist ausgesprochen lecker und der Preis annehmbar. Warum auch immer, wir sind fast ganz alleine hier.

Zurück geht es über den etwa 50 m langen Verbindungsweg zum Black Parrot.
Zwei oder drei "White Lady" später beenden wir unseren ersten Tag am TV. Heute spielt und gewinnt Deutschland bei den Fußball-WM gegen Argentinien in Brasilien.