• Ironman 2011
    Tag 9
    Chrissie Wellington

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Chrissie Wellington ...

# Ironman 2011

5am meldet sich der Wecker.
Aus dem Fenster sehen wir, daß der Ali’i Drive schon ganz gut frequentiert ist. Es ist noch stockdunkel. Alles fährt mit Rad oder Auto oder geht zu Fuß an den Ort, wo man den Start am besten sehen kann, am Kailua Pier.

Der Ironman, was ist das?
Es ist die älteste und durch die Witterungsbedingungen härteste Herausforderung an Triathleten.
Der Wettbewerb beginnt mit 2,4 Meilen (3,86 Kilometer) Schwimmen im offenen Meer, es folgt ein 112 Meilen (180 Kilometer) Radrennen (bis Hawi und zurück und dann noch die Ali’i Drive, da braucht man mit Auto etwa drei Stunden) um anschließend noch einen Maraton von 26,2 Meilen (42,2 Kilometer) hinzulegen.

Als wir in Kona ankommen, belagern schon viele hundert Menschen die Steinmauern entlang des Piers.
Die Sonne ist noch nicht aufgegangen, kündet sich aber schon mal mit schönem, roten Licht an.

Ironman, Kona,Big Island,Hawaii,USA
Ironman, Kona,Big Island,Hawaii,USA
Ironman, Kona,Big Island,Hawaii,USA

Das Schöne hier in Kona ist: um diese Zeit braucht man weder Strickjäckchen noch eine Decke.
Es ist einfach nur schön warm!
Wahnsinn.
Die Stimmung steigt und wird durch Kommentatoren noch weiter angeheizt.
Ein Heli mit einer Frontkamera schwebt ein.

Inzwischen ist auch die Sonne aufgegangen und es wird hell.
Das Wetter ist perfekt. Na ein Glück.

Von Weitem erkennen wir, wie sich die "Professionals" ins Wasser begeben, denn der Start beginnt im tiefen Wasser, mitten zwischen den Wellen.
Erst wird noch typisch amerikanisch die Nationalhymne eingespielt.
Und pünktlich 6.30am kommt endlich der Startschuß.
Ein Mixer kann das Wasser nicht stärker aufwirbeln

Ironman, Kona,Big Island,Hawaii,USA
Ironman, Kona,Big Island,Hawaii,USA

So, die Profis sind erst einmal beschäftigt.
Etwa 20 Minuten später wird die Bahn, die von Standuppaddlers und Kajakern begrenzt wird, verbreitert. Denn 7am startet der Wettkampf für alle Nichtprofis, die nach Altersgruppen bewertet werden.
Der Start der Amateure ist noch beeindruckender, denn mehr als 1600 Menschen schwimmen gleichzeitig los und doppelt so viele Arme schlagen sich durch die Wassermassen. Es sieht aus wie Tausende Shrimpse die gerade in einem Netz gefangen wurden.
Und wenn man es nicht wüßte, würde man bei diesem Schwimmstil den Unterschied zu den Profis nicht erkennen.

Ironman, Kona,Big Island,Hawaii,USA
Ironman, Kona,Big Island,Hawaii,USA

Die erste Aufregung ist nun vorbei und die Menschenmassen verteilen sich auf die Strassenränder, wo in den nächsten Minuten die Profis aus dem Wasser kommen, sich im Laufen umziehen, um dann die Radstrecke in Angriff zu nehmen.

Die schnellsten Schwimmer sind schon nach nur 51 Minuten wieder zurück.
Die Stimmung kocht wieder auf und ich kann nur sagen, mein kleiner Bericht ist nur ein kläglicher Versuch diese fantastische Stimmung einzufangen.
An jeder Straßenecke gibt es andere aufheizende Stimmungsmusik.
Alle sind begeistert.

Beeindruckend auf welche Weise diese Sportler aus den Badeanzugen schlüpfen während sie zum Rad laufen. Allerdings fahren die meisten barfuß los, die Schuhe werden dann während der Fahrt angezogen.

Ironman, Kona,Big Island,Hawaii,USA
Ironman, Kona,Big Island,Hawaii,USA

Kopf an Kopf

Ironman, Kona,Big Island,Hawaii,USA

Und Behinderung ist kein Grund um nicht teilzunehmen.

Während die im Vordergrund wartenden Fans auf die Ankunft der späteren, auf dem Rad ankommenden wartet, sind im Hintergrund schon die Professionals auf dem ersten Rückweg entlang der Palani Road, um dann die große Runde in den Nordwesten der Insel, nach Hawi zu nehmen.

Ironman, Kona,Big Island,Hawaii,USA

Alles in Allem ist das so gut organisiert, daß es nicht zu Vollsperrungen kommt.
Als Fußgänger kann man den gesamten Stadtkern Konas gut nutzen.
Großes Lob an diese Organisation! Wir sind begeistert.

Nach 1,5 Stunden wird es ruhiger.
Wir gehen ins "Humphies" und frühstücken.
Klasse, ein Platz an der Reling in der ersten Etage auf dem Balkon. Die Restaurants sind mittlerweile rappelvoll.
Die Bedienung hoffnungslos überlastet.
Aber alles bleibt entspannt.
Aloha eben.
Der Ausblick auf’s Meer ist grandios und wir träumen vor uns hin. Fragen uns aber schon, wie lange es dauern könnte, bis die Ersten aus Hawi zurück kommen werden.
Anschließend spazieren wir noch etwas im Örtchen

Ironman, Kona,Big Island,Hawaii,USA
Ironman, Kona,Big Island,Hawaii,USA

Es sind nicht einmal vier Stunden vergangen und da kommen die ersten Radfahrer zurück und fahren noch bis zum Ende des Ali’i Drives und zurück und haben somit, nach 4:24 min 180 Kilometer hinter sich gelassen, um nun in die Laufschuhe zu wechseln.
Wir sind begeistert!
Die am Straßenrand (weitesgehend ohne Absperrungen) Stehenden feuern an, wir natürlich mit. Denn mittlerweile sind alle im Ironmanfieber. Es wird geklatscht und gerufen.
Es wird heute nicht nur einen Sieger geben. Jeder, der diese Extrembelastung gemeistert hat, ist ein "Winner".

Ironman, Kona,Big Island,Hawaii,USA

Einige Sportler sehen im Gesicht so ziemlich entspannt aus und überhaupt nicht fix und ferig!

Gegen 14.00 Uhr gehen wir zum Ziel, um die besten Non-VIP-Plätze zu bekommen.
Auf einer riesigen Leinwand wird das Rennen weiterhin verfolgt und zwischen den Profis, die mittlerweile fast schon mit dem Marathon fertig sind und den Amateuren, die noch mit dem Rad unterwegs sind, hin und her geschaltet.
Natürlich stehen jetzt die Profis im Mittelpunkt der Berichterstattung.
Langsam prägen sich die Namen ein und wir stellen fest, daß ja ziemlich viele deutsche Superathleten dabei sind. Und zwar unter den ersten 10 Besten.

# IRON - Man

Warten auf den 1. Ironman :

Ironman, Kona,Big Island,Hawaii,USA

Das Empfangsduo

Dramatische Bilder werden übertragen.
Der favorisierte Graig Alexander, der ganze drei Minuten Vorsprung hat und fast schon als Sieger angefeuert wird, muß immer öfter stehen bleiben wegen starker Schmerzen und Krämpfen!
Man kann die Dramatik und die dazugehörige Stimmung unter den tausenden von Fans wirklich schlecht widergeben.

Und dann geht es ganz schnell.
Der erste und damit der Sieger, Graig Alexander schafft nicht nur das 3. Mal in Folge den Sieg, er schlägt seine Bestzeit und ist nach 8:03:56 Std. der neue Ironman.

Den 3.Platz belegt Andreas Realert (D) und den 5. Timo Bracht (D).
Auch den 10.Platz belegt ein Deutscher. Wir sind guuut.

Graig Alexander,Ironman, Kona,Big Island,Hawaii,USA
Graig Alexander,Ironman, Kona,Big Island,Hawaii,USA

Dicht an dicht erreicht ein Spitzenprofi nach dem anderen das Ziel.
Und der Einlauf erfolgt fast immer nach dem gleichen Szenario: anfeuern - ankommen - vor Freude oder Erschöpfung hinlegen und genießen.

# IRON - woman

Und dann kocht die Stimmung wieder auf.
Die besten Frauen geben sich das Rennen.
Die bis dahin führende wird von zwei Konkurrentinnen überholt.
Am Ende siegt Chrissie Wellington.
Die Freude bei den Frauen ist sichtlich größer über ihren eigenen Sieg.
Die Gewinnerin wartet auf den Einlauf der Zweitplatzierten und gemeinsam warten sie auf die Drittplatzierte.
Alles ist so ergreifend.

Chrissie Wellington,Ironman, Kona,Big Island,Hawaii,USA

Die Menge feuert jeden weiteren Sieger an. Dabei wird bei der Intensität kein wirklicher Unterschied sichtbar. So geht das stundenlang.

Gegen 5 Uhr am Nachmittag verlassen wir unseren so guten Platz. Die brennende Sonne hat ihre Spuren hinterlassen.
Ja ich weiß jetzt, daß meine polarisierte Sonnenbrille, eine gute Brille ist. Die hat einen „wunderbaren“ Rand auf meinem Gesicht hinterlassen.

Zu Hause lassen uns die Ereignisse und das Gesehene nicht los. Nachdem wir uns kurz stärken, fahren wir wieder nach Kona.
Der Sturm der Begeisterung hat nicht nachgelassen.
Jeder der auf dem letzten Teil der Strecke ankommt, wird angefeuert und beklatscht. Unter den „Finishern“ sind durchaus betagte Menschen keine Seltenheit.

Der Älteste ist 71 !!!

"Es ist eine Kopfsache...", habe ich gelesen.
Und natürlich muß man den inneren Schweinehund im Griff haben.

Gänsehaut ist angesagt.
Die Freude der Sportler am Zieleinlauf es geschafft zu haben ist überwältigend.
Denn sie dürfen lebenslang den Titel „Ironman“ tragen.

Als wir den Zielort endgültig verlassen ist es 9.30pm.
Die Stimmung hat trotzdem nicht nachgelassen und viele Fans strömen noch ins Zentrum, um die letzten anzufeuern.
Das geht so bis 24 Uhr. Denn bis dahin muß jeder da sein.

Wow, ein superspannender Tag war das.
Wir waren nur Zuschauer.
Für uns war es spannend und jederzeit ergreifend.
Obwohl wir sonst nur mäßig sportinteressiert sind, zwei- bis drei Mal pro Woche ins Gym gehen und gut ist's.
Aber unter den sportbegeisterten Amis, Kiwis und Aussies wurden auch wir zu Überfans.