• Termite Mounds 
    Tag 6

Highlights des Tages

Bukbukluk Lookout

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Ein wenig beachtetes Highlight für Fans der Aussicht ...

Gunlom Falls

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Die Badepools mit Aussicht oberhalb der Wasserfälle sind die Attraktion ...

Bukbukluk und Gunlom Falls

Das Wetter ist wieder einmal genial.
Am frühen Morgen ist es warm genug, um auch mal die Veranda unserer Übernachtung zu nutzen.
Draußen zu Frühstücken und das mitten im Grünen, ist schon schön.

Gagudju Lodge Cooinda,Kakadu NP,sylwiabuch.de

Am liebsten würden wir noch länger hier bleiben.
Aber der diesjährige Australienurlaub ist nur ein "Sichtungsurlaub". Das heißt wir wollen uns einfach nur mal den Überblick verschaffen, was es so im Top End und der Westküste zu sehen gibt.
Vielleicht gibt es dann eine Folgereise.

Der Kakadu National Park hat uns sehr gefallen.
Und hier könnten wir uns vorstellen noch einmal wieder herzufahren. Heute jedenfalls packen wir unsere Sachen und ziehen weiter.
Katherine ist das heutige Ziel.
Doch werden wir die knapp 400 Kilometer nicht mit einem Ritt machen.
Nein. Da habe ich etwas vorbereitet

Bei 29°C verlassen wir Cooinda.
Die Straße fährt sich gut.
Links und rechts der Straße stehen riesige klumpige Termitenhügel. So ganz ohne große Ansage und TamTam. Es werden immer mehr und die Formen sind jedesmal einzigartig.

Termiten,Kakadu NP,sylwiabuch.de

Nach etwa 80 Kilometer gibt es ein Hinweis auf eine Aussicht. Von der habe ich natürlich noch nie gehört.
Wir entschließen uns kurzerhand mal zu schauen, was dieser Ausblick so bietet.

#Bukbukluk Lookout

Am Parkplatz beginnt ein kurzer, 200 Meter langer Weg zum Lookout.
Bukubukluk Lookout,Kakadu NP,sylwiabuch.de Hier sind wir ganz alleine.
Während Rainer mir den Überblick der Gegend erklärt, habe ich viel mehr Freude an den kleinen Blüten, die an - aus meiner Sicht - vertrockneten oder verkohlten Bäumen blühen. Die Natur macht hier einen bizarren Eindruck.
Ob das nun das Ergebnis eines Brandes vor kurzer Zeit ist, wissen wir nicht.
Und wenn ja, dann bleibt immerhin die Frage, ob ungewollt oder kontrolliert abgebrannt wurde.
Denn in der Ferne sehen wir wie in den vergangenen Tagen Rauchschwaden.
Wir sind Stadtmenschen und Rauchschwaden heißen für uns immer nichts Gutes.

Bukubukluk Lookout,Kakadu NP,sylwiabuch.de

Hier ist das die Art wie Landwirtschaft betrieben wird.
Während in der nördlichen Hemisphäre mittels entsprechender Nutztiere sowie fruchtbarem Land die Landwirtschaft entwickelt wurde, gab es in Australien weder Tiere noch fruchtbares Land. Die Ureinwohner Australiens wußten genau zu welcher Jahreszeit sie was finden. Wenn diese Ressourcen zu Ende gingen, zog man einfach weiter.
Eine Notwendigkeit zur Entwicklung einer ausgeprägten Landwirtschaft bestand deshalb nicht.
Feuer war es, womit sie das Land wieder nutzbar machten.
Das dichte Buschland konnte somit begehbar gemacht werden. Wilde Tiere waren so leichte Beute. Bestimmte Pflanzen wurden so aber auch feuerresistent.
Seit Tausenden von Jahren haben die australischen Ureinwohner so "Feuerwirtschaft" betrieben.
Nach Ankunft der Europäer, die Feuer zur Kultivierung nicht akzeptiert haben, geriet daraufhin die feuerabhängige Natur aus dem Gleichgewicht. Denn für viele Pflanzen ist Feuer auch überlebenswichtig.
Die Samenkapseln bestimmter Bäume und Sträucher öffnen sich nur in der Hitze eines Buschfeuers. Nach dem Feuer fällt die Frucht zu Boden, dann erst entwickeln sich neue Setzlinge.
Es hat viel Jahre gedauert, bis die weißen Einwanderer den Sinn und Zweck erkannten und diese Tradition im Buschland wieder aufgenommen haben.

Bukubukluk Lookout,Kakadu NP,sylwiabuch.de
Bukubukluk Lookout,Kakadu NP,sylwiabuch.de

#Gunlom Falls

Kakadu NP,sylwiabuch.de

Es sind nur acht Kilometer bis zu dem Abzweig, der zu unserem nächsten Ziel führt.
Kurz nach dem Verlassen des Kakadu Highways ist die Straße Richtung Gimbat unbefestigt aber sehr gut präpariert.
Einziger Nachteil: nur wenige Meter der 39 Kilometer sind glatt und der Rest gleicht einem Waschbrett.
Deshalb sind wir auch froh, als wir 40 Minuten später vollkommen durchgerüttelt am Parkplatz zu den Gunlom Falls ankommen.

Kakadu NP,sylwiabuch.de
Als wir die Tür öffnen, werden wir von der Hitze fast erschlagen.
34°C sind eben kein Pappenstiel. Gut, die Luft ist trocken.
Doch der Blick Richtung Ziel, nämlich den oberen Badepools der Gunlum Falls, läßt Böses ahnen.
Der Gunlom Lookout Walk ist nur 400 Meter lang und beginnt recht moderat. Doch etwa nach einem Drittel des Weges wird es richtig steil und man muß über größere Absätze steigen.
Wir sind Flachlandtiroler und obwohl ich den Aufstieg als unendlich empfinde, sind nur 25 Minuten vergangen bis wir da sind.
Doch den Weg nach oben sollte man auf alle Fälle nicht in FlipFlops angehen.
Auf der kurzen Strecke haben wir zwei kleine Unfälle miterlebt. Denn der Weg ist nicht nur sehr schmal sondern auch sehr gut besucht.

Gunlom Falls Lookout,Kakadu NP,sylwiabuch.de

Der erste Blick auf einen der oberen Pools des Gunlom Falls

Gunlom Falls Lookout,Kakadu NP,sylwiabuch.de

Dieses Mal haben wir auch unser Badezeug mit und es ist einfach mal erfrischend hier in den Pool zu gehen.
Das Wasser ist nicht gerade durchsichtig aber ich gehe davon aus, daß hier unten alles still hält wenn ich im Wasser bin.
Anhand der vielen Fotos im Netz habe ich eigentlich gedacht, daß es ein "Infinitypool" ist. Also, daß es hinter der Kante steil nach unten geht. In Wirklichkeit gibt es noch zwei weitere Ebenen mit etwas flacheren Becken bevor man diesen Blick in den Plungepool hat.

Gunlom Falls Lookout,Kakadu NP,sylwiabuch.de
Gunlom Falls Lookout,Kakadu NP,sylwiabuch.de
Gunlom Falls Lookout,Kakadu NP,sylwiabuch.de
Gunlom Falls Lookout,Kakadu NP,sylwiabuch.de

Blick in den Plungepool des Gunlom Falls

Der Abstieg geht etwas schneller, doch ist es für unsere Knie ziemlich belastend.
Unten angekommen gehen wir selbst zum Pool und schauen uns um.
Der Pool hat eine enorme Größe und ist extrem gut besucht.
Uns kriegt hier keiner rein. Denn von oben hat man ein Krokodil im Wasser sehen können. Da sind wir nicht entspannt genug.
Außerdem drängt die Zeit schon etwas.

Kakadu NP,sylwiabuch.de
Kakadu NP,sylwiabuch.de

Es ist Dreiviertel Vier als wir den Parkplatz verlassen. Wieder brauchen wir vierzig Minuten, bis wir den asphaltierten Kakadu Highway erreichen. Das ist eine echte Wohltat, wieder auf einer glatten Straße zu sein. Denn diese ungewollte Ganzkörpermassage und das Gerüttle im Auto ist einfach viel zu viel.

Kakadu NP,sylwiabuch.de

Den Weg nach Katherine kann man eher als ereignislos beschreiben.
Hier und da sehe ich Schilder mit Orten auf deren Namen ich schon während der Vorbereitung gestoßen bin.
Aber man kann ja nicht alles besuchen.

In Katherine biegen wir in die Giles Road. Irgendwo hier muß unser heutiges Quartier, die Nitmiluk Chalets sein.
Hm. Die Adresse, die wir beim Buchen bekommen haben, war ohne eine Hausnummer.
Also zeigt uns auch unsere "HERE" App, daß wir da sind.
Aber hier ist weit und breit nichts zu sehen.
Also fahren wir wieder nach Katherine in's Information Center zurück. Doch die haben schon vor einer Stunde geschlossen.
Denn es ist 18 Uhr.
Na klasse. Wir haben noch genau eine Stunde Zeit, um die Anlage zu finden. Denn dort kann man nur bis 19 Uhr einchecken. Das ist eh schon die Notvariante. Denn eigentlich soll man bis 17 Uhr eingecheckt haben.
Eine Wifi-Verbindung haben wir auch nicht.
Also fahren wir doch wieder die Giles Road, die zur Gorge Road wird.
Ein wenig mulmig ist uns schon, da kein weiteres Hinweisschild zu erkennen ist.
Wir fahren 25 Kilometer voller Ungewissheit bis endlich das erlösende Schild in der Dämmerung erscheint.
Alles was wir jetzt sehen, ist ein weitläufiger Camping- bzw. Caravan Park.
Am Kiosk, so steht es auf meiner Buchungsbestätigung, soll es den Schlüssel geben. Also. Kiosk gefunden und Schlüssel auch bekommen.

Ganz nebenbei fragen wir auch wo morgen die Kajaktouren starten.
Denn das steht für morgen auf dem Plan.
Ach ja. Und dann frage ich den Typen, wie denn das mit der Sicherheit ist.
Denn man sendete mir zwei Tage vor der Abfahrt eine Mitteilung, daß die erste Gorge von den Rangern nicht für "krokodilfrei" erklärt werden konnte. Und wir doch nur in den folgenden Gorges kajaken können.
Und dann bekomme ich die Antwort, die ich wirklich hören will: "Ja, im ersten Teil sind noch ein paar Salties aber im zweiten Teil... no worries... da sind nur noch Freshies"
Wie bitte?
"Ach, die Freshies, da mußt du keine Angst haben. Die können dich nur verletzen, aber nicht töten." Ich stehe unter Schock!

Das Chalet gefällt uns. Es hat ein Wohnzimmer inklusive Küche und zwei Schlafzimmer.
In dem einen quartieren wir uns ein und in dem anderen Zimmer legen wir unsere Koffer ab.

Das Essen am Kiosk sah gar nicht schlecht aus. Aber wir sind froh da zu sein. Also greif ich (als erfahrene Hausfrau) ganz tief in die Zauberkiste und koche aus der Tüte. Es gibt Nudeln mit Alfredo- und Käsesoße.

Der Tag ist damit beendet, denn morgen ist früh aufstehen angesagt.

Gefahrene Strecke: 368 km