• Bungle Bungle 
    Tag 10

Highlights des Tages

The Domes

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Mitten zwischen den Sandsteindomen wandern ...

Cathedral Gorge

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Irgendwie Pflichtprogramm im National Park ...

Piccaninny Creek & Lookout

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Wunderschöne Felsformationen und ein Lookout ...

Echidna Chasm

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Wandern zwischen 100 Meter hohen Wänden - mein Highlight ...

Osmand Lookout

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Ganz netter Weitblick in die Umgebung ...

Purnlulu National Park

Die Nacht war etwas unruhig.
Aber das alles ist meiner Angst geschuldet. Ich habe einfach mal eine gute Phantasie.
Normalerweise stört es mich, wenn die Bettdecke vom Housekeepingservice so fest unter die Matratze geklemmt wird. Und normalerweise "befreie" ich die Decke als Erstes aus dieser Klemme. Doch gestern Abend blieb alles wie es war.
Wir haben praktisch wie in einem riesigen Schlafsack geschlafen. Das mag ich nicht.
Aber nur so fühlte ich mich sicher, daß nicht irgendein Bewohner der australischen Tierwelt mit mir im Bett liegt. Außerdem mußte ich mehrfach mit der Taschenlampe, die griffbereit auf dem kleinen Nachttisch lag, den Boden "untersuchen".
Aber da war zum Glück nichts.

Ich wache also auf und...? kein Mückenstich.
Nein. Sie hatte wohl recht. Den Mücken ist es im australischen Winter hier in den Bungles viel zu kalt.
Als Erstes springe ich auf und öffne ringsum die Reißverschlüsse unserer Zeltfenster. Und die sind riesig.
Wow! Ist das vielleicht magisch! Man hat das Gefühl, man liegt draußen. Die Sonne ist gerade aufgegangen und die Strahlen zaubern ein wunderschönes Ambiente in's Zelt.

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Wie wir gestern Abend erfahren haben, richtet sich die Zeit, wann das Frühstück serviert wird, nach der Reisegruppe, die hier die meisten Gäste ausmacht.
Heute wird es eben 6.30Uhr angeboten. Das heißt aber auch, daß etwa eine Stunde später alles wieder weggeräumt ist.
Aber das ist ok so. Denn der australische Wintertag ist eh nicht so lang.
Am BBQ werden Spiegeleier, Speck und gegrilltes Gemüse angeboten. Es gibt die üblichen Getränke und eine sehr große Auswahl an Cerealien und frischem Obst sowie Yoghurts.
Damit haben wir - hier im Busch - so gar nicht gerechnet.
Einfach mal prima!

Der Plan für den heutigen Tag ist gefüllt und so sind wir schon halb acht auf der Piste Richtung Bungle Bungle Ranges.
Nachdem wir gestern diese typischen bienenkorbartigen Dome nicht sehen konnten, bin vor allem ich so gespannt und freue mich schon auf diesen Anblick.
Bis dorthin sind es etwa 20 Kilometer. Gestern hat man uns einen sogenannten Shortcut verraten und so sparen wir ca. 5 Kilometer. Die Abkürzung führt vorbei an einem Spinnefex-Areal auf dem dunkelrote Termitenhaufen ragen.

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Jetzt bin ich auf den Anblick dieser Bienenkörbe gespannt.
Erste ähnliche Gebilde gibt es erst, wenn die Straße den südlichsten Punkt des Parks erreicht.
Rainer versteht meine Euphorie so gar nicht und erkennt hier keine "Bienenkörbe".

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Das ist der Anblick, den man beim Annähern auf die südliche Bungle Bungle Range hat

Hat man das Ende der Straße erreicht, befindet man sich sogleich auf einem großen Parkplatz und steht genau vor den riesigen, schwarz-rot gestreiften Riesenhügeln, den sogenannten "Bienenkörben".
Hier gibt es stoffüberdachte Picknickplätze und Toiletten.
Alles ist wie gewohnt in einem sehr sauberen Zustand.

Wir beginnen die Erkundung des südlichen Teils des Purnululu National Parks im Uhrzeigersinn.

Purnululu NP
Die etwa 350 Millionen Jahre Bungle Bungle Range, deren Synonym die "Bienenkörbe" sind, wurden erst durch einen 1983 entstandenen Dokumentarfilm entdeckt und bekannt gemacht worden.
1987 wurde das einstmals vergessene Viehweidegebiet zum Purnululu National Park unter Naturschutz gestellt.
2003 wurde es in die Liste des Weltnaturerbes der UNESCO aufgenommen.

In den vergangenen 20 Millionen Jahren entstanden durch die abtragende Wirkung des Wassers diese bizarren Sandsteinkuppeln. Sie sind regelmäßig waagerecht gestreift. Die dunkleren Streifen treten auf weicheren Gesteinen auf, die Wasser durchtreten lassen. Hierauf wachsen blaugrüne Algen. Die härteren Steinschichten sind von orangener Tönung, die durch Eisen und Mangan Zustande kommt. Der Farbton ändert sich im Lauf der Jahreszeiten.

Purnululu bedeutet in der Sprache der hier lebenden Kija-Aborijines Sandstein. Der europäische Name Bungle Bungle leitet sich vermutlich von der Bezeichnung des Grases ab, das Bundle Bundle heißt.

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#The Domes

Der Weg zu den Domes ist relativ einfach zu laufen.
Mitten zwischen den Sandsteinformationen und ganz nah dran erkennt man auch, warum die Bungles so gestreift aussehen.
Ursprünglich sollen sie ja weiß oder zumindest sehr hell gewesen sein. Eben sandsteinfarben. So sollen sie auch noch heute im Inneren aussehen. Doch wir sehen nur die Außenschicht, die schwarz, grau und rot ist. Dies ist die Schutzschicht, die sich über Jahrmillionen gebildet hat. Die unterschiedlichen Farben entstehen durch unterschiedliche hohe Konzentrationen des Materials.
Rostrot ergibt sich durch viel Eisenoxid und Mangan, Grau und Schwarz ergeben sich durch Flechten, die auf der Oberfläche Fuß gefaßt haben.

Der Dome Walks endet in einem teils offenem Dom. Dieser ist nicht hell sondern auch schon sehr dunkel.
Wir hören kurz einer Rangerin zu, die eine Gruppe betreut.
Für uns ist diese Location nur mittelmäßig spektakulär.

The Domes, Punululu NP,Bungle Bungle,sylwiabuch.de

Von hier muß man nicht wieder zum Parkplatz gehen. Es gibt eine Verbindung, sozusagen einen weiterführenden Pfad zum Cathedral Gorge Walk. Dabei ist man immer mittendrin.

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#Cathedral Gorge

Die Cathedral Gorge ist aufgrund der vielen Fotos, die ich bei der Vorbereitung gesehen habe, mein heimlicher Favorit.
Der etwa ein Kilometer lange Weg zum Ziel ist auch recht einfach zu laufen.
Wieder wird man zwischen den riesigen Kuppeln geführt. Teilweise ist die Strecke auch im Schatten. Wir laufen teilweise im Flussbett, teilweise auf Sandpassagen und teilweise auch auf einem Steinmassiv. Kurze Metallleitern helfen dabei den Höhenunterschied zu überbrücken. Somit ist diese Strecke für Jedermann absolvierbar.

Cathedral Gorge, Punululu NP,Bungle Bungle,sylwiabuch.de
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Die Cathedrale ist wohl entstanden, als ein Teil der Decke eingebrochen ist.
An der tiefsten Stelle ist ein Wasserloch. Ein Billabong sozusagen. Dunkelgrün und ziemlich unklar.

Wir laufen bis auf die gegenüberliegende Seite bis zum Ende.
Von hier versuchen wir uns einen Blick auf diese Art Höhle zu machen.
Es sieht grandios aus.

Cathedral Gorge, Punululu NP,Bungle Bungle,sylwiabuch.de
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Aufnahme im Panoramamodus mit Smartphone

Cathedral Gorge, Punululu NP,Bungle Bungle,sylwiabuch.de
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Aufnahme im Panoramamodus mit Smartphone

Cathedral Gorge, Punululu NP,Bungle Bungle,sylwiabuch.de
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Die Cathedral Gorge ist wohl die bekannteste Attraktion der Bungle Bungle Range.
Das merkt man vor allem an dem immer größeren Ansturm an Besuchern.
Und so verlassen wir diese Stelle und gehen zum Piccaninny Lookout.

Cathedral Gorge, Punululu NP,Bungle Bungle,sylwiabuch.de

#Piccaninny Lookout

Der Lookout befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite der (momentan) ausgetrockneten Ebene des Piccaninny Creeks.
Geröll das der Fluß in der Regenzeit mit sich führt, hat diese fotogenen Spuren hinterlassen:

Piccaninny Creeks, Punululu NP,Bungle Bungle,sylwiabuch.de
Piccaninny Creeks, Punululu NP,Bungle Bungle,sylwiabuch.de
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Der Weg zum Lookout ist sehr gut ausgeschildert.
Es sind etwa 1,4 Kilometer auf einem moderat ansteigenden Weg.
Am Ende des Tracks schaut man zwischen den Domen weit auf das südöstliche Plateau.
Uns gefällt es sehr gut und wir können es trotz des etwas schweißtreibenden Weges empfehlen.

Piccaninny Creeks, Punululu NP,Bungle Bungle,sylwiabuch.de
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Der folgende Weg, der zum Parkplatz führt, zehrt etwas an den Kräften.
Und so sind wir beide froh, daß wir etwas Proviant mitgebracht haben.
Die Picknicktische befinden sich direkt neben dem Parkplatz. Hier ist man durch die locker angeordneten Stoffdächer gut vor der sengenden Sonne geschützt.
Einen Verkaufsstand oder etwas Ähnliches gibt es hier nicht.
Ein Glück auch. Doch befürchten wir, daß sich das in naher Zukunft ändern könnte.
Denn anders als in anderen Parks sind hier unaustralisch viele Besucher unterwegs. Wer nicht mit einem 4WD in den Kimberleys unterwegs ist, oder sich diese Strecke nicht zutraut, dem scheint ein ziemlich großes Angebot an Veranstaltern zur Verfügung zu stehen. Diese starten in Kununurra, Broome oder auch am Eingang des Parks. Letzteres wird besonders von den Campern genutzt.

Gestärkt geht es nun zum nördlichen Teil der Ranges.
Knapp 45 Kilometer gewöhnte "Massage" sind zu bewältigen, bis zur Echidna Chasm.

Piccaninny Creeks, Punululu NP,Bungle Bungle,sylwiabuch.de
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#Echidna Chasm

Am Parkplatz angekommen übermannt uns die Müdigkeit. Und zwar so, daß wir kurzerhand beschließen, im Auto ein Nickerchen zu machen. Es ist gerade mal eine Viertelstunde vorbei, als auf den leeren Parkplatz ein Kleinbus einparkt.
Ok. Das ist für uns das Zeichen sofort zu starten, um nicht in die Masse zu geraten.
Dabei vergesse ich wieder mein Stativ! Aber das merke ich erst am Eingang in den Slot.

Echidna Chasm, Punululu NP,Bungle Bungle,sylwiabuch.de

Der Zugang zur Spalte führt wieder auf dem ausgetrockneten Flussbett.
Dieser läuft sich nicht wirklich angenehm.
Links und rechts wuchern große Palmen und die grünen Wedel bilden einen herrlicher Kontrast zu den roten Wänden des Konglomerats.

Echidna Chasm, Punululu NP,Bungle Bungle,sylwiabuch.de

In der Spalte wird es ziemlich schnell dunkel. Denn die Wände sind um die 100 Meter hoch.
So fühlt man sich als Mensch ganz klein und nichtig.
Der Weg ist etwa zwei bis drei Meter breit. Hier laufen wir nur noch auf Kieselsteinen. Wir sind restlos begeistert.

Echidna Chasm, Punululu NP,Bungle Bungle,sylwiabuch.de

Etwa nach zwei Drittel des Weges erreichen wir so etwas wie eine sehr hohe Kathedrale. An der Seite befinden sich einfachste Bänke zum Ausruhen und zum Genießen des Anblicks in Richtung Decke.

Echidna Chasm, Punululu NP,Bungle Bungle,sylwiabuch.de
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Die letzten 100 Meter werden immer schmaler. Teilweise nur einen Meter breit.
Riesige Felsen verstellen den Weg. Manchmal erleichtern ein paar Leitern den Weg. Manchmal aber muß man sich eine geeignete Möglichkeit suchen, um weiter zu kommen.
Hoch oben stecken einmal zwei und später nur ein riesiger kugelrunder Brocken zwischen den Felswänden fest. Das sieht gigantisch aus.
Nun ärgere ich mich auch nicht, daß ich kein Stativ mitgenommen habe. Da der Weg so schmal ist, muß man hier und da den "Gegenverkehr" beachten. Zum aufstellen des Stativs ist hier einfach kein Platz.

Es ist etwa drei Uhr und für den Besuch der Echidna Chasm ist es nicht die beste Zeit.
Nein es ist nicht die angeblich große Hitze, vor der wir im Infocenter gewarnt wurden (können wir eigentlich gar nicht bestätigen), sondern es ist das fehlende Licht im Slot.

Die zwei Kilometer (Hin-und Rückweg) sollte man auf keinen Fall beim Besuch des Parks weglassen.
Uns beide hat dieser Slot weitaus mehr beeindruckt, als die - sorry - Antelope Canyons in Page/USA. Sicherlich sind die Wände nicht so wunderschön gestreift aber die Höhe ist gigantisch.

Wir würden, gäbe es einen nächsten Besuch hier im Park, die Reihenfolge genau andersrum durchführen.
Das heißt, am Vormittag würden wir den Nordteil und am Nachmittag den Südteil der Bungle Bungle Ranges besuchen.

Echidna Chasm, Punululu NP,Bungle Bungle,sylwiabuch.de

#Osmand Lookout

Zu allerletzt gehen wir den sehr kurzen Weg zum Osmand Lookout.
Von hier kann man den Eingang zur Echidna Chasm von einer erhöhten Stelle sehen. Außerdem gibt es einen Panoramablick auf die benachbarte Osmand Range

Osmand Lookout, Punululu NP,Bungle Bungle,sylwiabuch.de
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Es ist früher Nachmittag und wir hatten genug Input.
Wir fahren in's Camp, ruhen uns bei einem Tee auf der Veranda aus und sind höchst begeistert von dem, was wir heute gesehen haben.
Und eigentlich habe ich mir am Vormittag vorgenommen, zum Sunset unbedingt nochmals in den südlichen Teil zu den Bienenkörben zu fahren. Daraus wird nun doch nichts. Wir sind einfach zu geschafft.
Schließlich müssen wir uns vom Staub des Tages befreien, um dann die anderen Gäste am Lagerfeuer zu treffen. Dafür wollen wir einfach nicht zu spät kommen.

Punululu NP,Bungle Bungle,sylwiabuch.de
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Am Lagerfeuer sitzt die gleiche Reisegruppe wie gestern. Nur die "Individuals" sind nicht mehr die Gleichen. Wir tauschen unsere Erlebnisse und bekommen glatt noch ein paar Tipps für den morgigen Tag.

Heute sitzen wir mit einem Ehepaar nebst erwachsenen Kindern aus London am Tisch.
Sehr sympathisch. Der Abend ist nicht so anstrengend wie gestern. Vielleicht aber habe ich mich nun daran gewöhnt viel mehr in englisch zu sprechen. Keine Ahnung. Die Zwei machen richtig Spaß.
Das Essen ist wieder richtig lecker.
Und die frohe Botschaft kommt ganz zum Schluß:
Das Frühstück beginnt morgen um 7Uhr. Das heißt eine halbe Stunde länger schlafen.

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Der letzte Akt des Tages ist unser erster Versuch eine Milchstraße aufzunehmen. Leider habe ich so etwas noch nie probiert und die Notizen sind nur per wifi zu erreichen, das wir hier nicht haben. Generell habe ich mich an die Natur hier gewöhnt, doch um im Gras draußen im Stockdunkel zu stehen, bin ich immer noch zu feige. Das macht dann Rainer. Und ich bediene den Fotoapparat per Fernbedienung aus dem sicherem Zelt heraus!

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Gefahrene Strecke: 91 km