Whitsunday Islands und Great Barrier Reef

Am Vormittag stehen keine weiteren Attraktionen auf dem Plan.
Also poolen wir wieder bis Mittag. Länger hält man es einfach in der Sonne nicht aus. Nein man schwitzt nicht. Man spürt wie die Sonne sich in die Haut brennt.

Kurz vor 1pm machen wir uns auf den Weg Richtung Whitsunday Harbour.

Schon vor einem Monat haben wir bei Airwhitsunday eine "Reef Adventure Tour" gebucht, eine Kombination aus Sightseeingflug über dem Great Barrier Reef und Schnorcheln im Reef.
Am aufregendsten ist für mich aber die Vorstellung mitten im Riff und damit mitten im Pazifik mit dem Flugzeug zu landen.
Wie wird sich das anfühlen?
Wird uns das Wasser extrem ausbremsen?
Ich bin absolut aufgeregt und nervös!
Vor Ort checken wir erst einmal die Lage.
Es stehen einige kleine Flieger da und auch ein Wasserflugzeug. Dabei debattieren wir, ob das nun "unser" Flieger sein wird.

Whitsunday Islands
Am Montag, den 4.Juni 1770 erreichte James Cook die Inseln.
In der Annahme, es sei Pfingstsonntag, benannte er die Inseln: Whitsunday Islands (Pfingstinseln).
Die Inselgruppe vor Airlie Beach umfasst mehr als 70 Inseln (die genaue Anzahl ist bis heute noch nicht geklärt).
Auf der Hauptinsel, Whitsunday Island, befinden sich auch der weltberühmte Strand Whitehaven Beach und das Hill Inlet.

Amanda vom Counter, checkt uns ein und sucht für uns auch ein Wetsuit aus. Die Wassertemperatur soll zwar 25°C sein, sie meint aber es sei angenehmer mit einem kleinen Wärmepolster zu schnorcheln.
Ok. Es ist ja im Preis inklusive.

Unsere Tour ist um eine Stunde, auf 2.30pm, verschoben worden und so ist noch etwas Zeit bis zum Start.
Meine Aufregung erreicht ihren Höhepunkt als dann ein Wasserflugzeug landet und genau vor dem Eingang stehen bleibt.
Ich beobachte die aussteigenden Passagiere. Alle schauen ziemlich ernüchtert. Lassen sich mit dem Piloten fotografieren und das war's auch.
Hm.
Als Kontrollfreak schaue ich mir natürlich den Piloten genau an, so als wenn ich dabei die Vertrauenswürdigkeit überprüfen könnte!
Daniel ist 25 Jahre alt und trägt - Achtung! - Crocs zum Fliegen.
Trotzdem macht er einen sehr soliden und professionellen Eindruck.
Ich bin begeistert.

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Erst gibt es ein Sicherheitsvideo - wie ich das hasse! - und dann gehen alle zehn Passagiere zu der Cessna 208 Caravan, die Platz für 10 Passagiere und einen Piloten hat.
Vor der Treppe werden wir vom Piloten zur Seite gebeten. Er meint: Wir seien die "lucky last ones".
Hm. Wieso denn das?

Beim Reinkrabbeln in die Maschine wirft jeder seine Belongings nach rechts, also im absoluten Ende des Fliegers, hinter eine Spannwand.
Die "lucky last ones" sitzen in der letzten Dreier-Reihe. Noch kann ich nicht erkennen, warum das Sitzen in der letzten Reihe von Vorteil sein soll.

# Flug über das Great Barrier Reef

Der Start ist grandios und leicht.
In nicht einmal fünf Minuten sind wir hoch genug um rechterhand die weitläufige, bergige Landschaft der Whitsunday Islands zu sehen.
Super! Und spätestens in diesem Moment bin ich endgültig nicht mehr so enttäuscht, daß die Bootsfahrt zu den Whitsunday Islands, die wir eigentlich gestern machen wollten, ausgebucht war!
Denn von hier oben hat man den wahren Überblick über die Inselwelt.

Airlie Beach,Queensland,australia, australien
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Dann folgen etwa weitere fünf Minuten über das tiefe Blau des Pazifiks.
Kleine weiße Wellen tanzen über das Wasser.
Diese beobachte ich auch immer ganz gern auf den Flügen zwischen Festland auf den Hawai'i Inseln. Sie sind schön anzusehen.
Aber einige Passagiere vermuten Wale. Doch Daniel wiegelt gleich ab und meint, daß es wirklich nur Wellen sind.

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Die Spannung in mir steigt, denn im spitzen Winkel sehe ich schon das, weshalb ich die Tour trotz Flugangst gebucht habe: die traumhaften Muster des Great Barrier Reef.

Als wir endlich diese Fläche überfliegen laufen mir die Tränen...
Ein Traum, das hier mit den eigenen Augen sehen zu können, ist wahr geworden.
Und es sieht genauso aus, wie ich es in vielen Publikationen gesehen habe.
Ach Quatsch! Es sieht viel besser und klarer aus.
Ich habe es mir nicht vorstellen können, daß es so ergreifend ist.
Anfangs vergesse ich zu fotografieren, weil ich am Aufsaugen des Gesehenen bin.

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Wir fliegen über das Hook Reef und dann das Hardy Reef. Hier befindet sich auch das Heart Reef.

Als ich vor kurzem bei einer Bloggerin zum ersten Mal das Bild vom Heart Reef gesehen habe, dachte ich an einen Photoshop-Gag.
Nach einiger Recherche wurde klar, daß es das auch in Realität gibt.
Irgendwie gehört es zu den Höhepunkten der Tour.
Denn Daniel sagt es an und zählt von zehn runter und dann gehen wir so stark in Seitenlage, daß man es wunderbar fotografieren kann. Und hier hinten haben wir gleich zwei Fenster ohne störenden Seitenträger.
Also doch "lucky last ones"

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Nachdem die Passagiere der rechten Seite genug Zeit hatten dieses Wunder der Natur zu fotografieren, drehen wir 'ne Schleife und gehen in die andere Seitenlage, damit die andere Seite es sehen kann.

So dann kommt noch eine Runde und es geht weiter.
Die Landung im Wasser ist butterweich obwohl man das hochspritzende Wasser aus dem Fenster sehen kann.

Am Landeplatz steht ein Boot mit Glasboden.
Während wir alle total begeistert direkt auf das Boot steigen, wird unser Flieger verankert.
So, da sind wir also.
Weit und breit niemand zu sehen.
Es ist sehr ruhig. Kein Überschlagen der Wellen. Denn es ist Ebbe und so ist maximal ein Meter Wasser über der oberen Riffkante.
Unser Flieger bleibt alleine - hoffentlich an der gleichen Stelle - zurück.
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# Schnorcheln am Hardy Reef

Alle schlüpfen in ihre Wetsuits und nach und nach versammeln wir uns im Rumpf des Bodens, direkt an den Scheiben mit Blick auf die Korallen.
Während es tiefer ins Riff geht erzählt Daniel etwas über Sicherheit sowie Korallen- und Riffarten...
Ich bin total unkonzentriert und ziemlich unsicher, ob ich hier schnorcheln möchte. Schließlich gehöre ich zu den Schissern dieser Welt und sehe schon durch den Glasboden, was mich hier erwartet. Und es gibt hier keinen Fisch, den ich nicht schon auf den vielen Reisen der Hawai'i Inseln, den Cook Islands oder auf Lankayan vor Borneo gesehen hätte.
Dann traue ich mich doch ins Wasser.
Schade, daß ich nicht über meinen eigenen Schatten springen kann, "weit" weg vom Schiff zu schwimmen.
Rainer ist zwar an meiner Seite, aber ich schaue mir nur ein paar Korallengestalten an und nach zwanzig Minuten will ich raus.

Während ich mich also auf dem Boot wieder in die normalen Klamotten werfe, düst Rainer in die andere Richtung und macht Aufnahmen von einer anderen Korallenwand.

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Inzwischen spreche ich unseren Allrounder Daniel an und frage, ob er auf dem Rückflug vielleicht auch einen Schlenker über das Hill Inlet auf Whitsunday Island machen könnte. Drücke auf die Mitleidsträne, und erzähle, daß ja die entsprechende Tour mit dem Boot ausgebucht war.
Er sagt zu

Peu à peu kommen die anderen auch zurück und wir kommen ins Gespräch.
Es sind vier Australier, ein französisches Ehepaar mit ihren jugendlichen Kindern und wir.
Es gibt "Champagne" und zwar reichlich. Denn Daniel öffnet eine Flasche nach der anderen. Die Franzosen finden den auch sehr lecker und betonen das, obwohl es eben kein Champagne ist.

Dann trudelt auch mein Rainer an und er fragt auch noch, ob er über Nacht hier bleiben könnte. Jedenfalls ist er mit Abstand der letzte, der aus dem Wasser kommt.
Wir sind eine fröhliche Mannschaft und es wird gequatscht ohne Ende.

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Rainer ist erst ziemlich bockig und kommt ewig nicht aus dem Wasser!

Im Flieger sitzend sind alle aufgelöst vor Freude und Glück.
Der Start ist ebenso butterweich wie vorhin die Landung.
Nur fliegen wir maximal fünf Meter über dem Wasser und unser Pilot zeigt was man mit so einer Cessna alles machen kann.
Alles grölt und kreischt. Wir alle haben aber Spaß dabei.
Wir neigen uns extrem erst zur einen Seite und dann zur anderen Seite und das Gleiche nochmal. Das Ganze extrem flach über dem Wasser.
Ich vermute so könnte es für jeden weitergehen.

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# Hill Inlet, Whitsunday island

Ganz nebenbei erwähnt er, daß es auf dem Rückflug auf den Wunsch einer einzelnen Person über das Hill Inlet geht. Und alle klatschen ganz begeistert.
Die gesamte Mannschaft ist ganz schön angetütert.

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Das Hill Inlet umkreisen wir mehrfach, so daß jede Seite genug Zeit hat zu gucken und zu fotografieren.
Es ist unbeschreiblich schön, welch' schöne Muster die Natur gemalt hat!
Der weiße Sand und das Blaugrün des Wassers wechseln sich ab.

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Nach der Landung sind alle extrem fröhlich und ein wenig überdreht.
Und natürlich bleibt es nicht aus, daß jeder ein Foto mit dem Piloten haben will.

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unser Flieger...unser Pilot Daniel...und seine Arbeitsschuhe

Überblick

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Auf dem Weg nach Hause kommen wir beide aus dem Schwärmen nicht raus.
Der hohe Preis für diese Tour ist schon mal vergessen.

Erlebnisse wie diese sind einfach unbezahlbar!

Auf alle Fälle wird es für immer neben dem Anblick des Qomolangma vom Base Camp zu den Toperlebnissen in meinem Leben gehören!