nördlich von Cairns:
Daintree National Park

Der Morgen beginnt ganz entspannt: Frühstück auf dem Balkon, ein wenig surfen im Internet.
Mit dem übergroßen Apartment scheint wohl alles klar zu sein, denn es gab keine weitere Reaktion. Also nehmen wir es als gegeben hin.

Die "Rezi" der Vue Apartments Anlage
ist eher ein Counter. Die Verwalterin selbst sitzt drin und freut sich, daß wir vorbeikommen.
Sie ist furchtbar nett.
Teile von dem was sie sagt, verstehe ich gar nicht und schalte einfach ab.
Aber ich erkenne schon mal, was sie mit dem breitgezogenem Wort "kejns" meint. Und so lerne ich, daß "kejns" Cairns heißen soll.

Dabei frage ich mich jetzt wirklich, ob den Aussie's noch nie in den Sinn gekommen ist, daß wir in Deutschland gar nicht Englisch sprechen und daß dies für uns eine Fremdsprache ist
Sie redet und redet in einem Tempo, daß selbst wenn ich sehr gut englisch könnte, mir der Dialekt totale Probleme machen würde. Es ist nicht anders, als wenn wir Berliner mitten zwischen ein paar Bayern sitzen. Das ist dann auch wie eine Fremdsprache. Und sie meinen es sei deutsch.
Ja geschrieben ist es gleich aber gesprochen...?

Nach dem sie uns gestern ein paar Flyer für verschiedene, empfehlenswerte Tauchshops mitgegeben hat, bucht Rainer die Tour für morgen. Das geht ganz fix. Sie ruft an, reserviert und bestätigt die Buchung. Das Ganze geht nicht nur bargeldlos, man bucht es gleich zu den Zimmerkosten.
Fein!

# Northern Beaches

Also starten wir endlich unsere heutige Tour. Wir schauen uns die Gegend nördlich von "Kejns" an.
Die Küste der Northern Beaches ist mir immer wieder empfohlen worden.
Und genau so machen wir das.

Gleich nördlich von Palm Cove (Ort nördlich von Trinity Beach) wird der Captain Cook Highway zur Küstenstraße mit wunderbaren Ausblicken.
Und wo immer sich die Gelegenheit ergibt, bleiben wir stehen.
Das Wasser hier ist alles andere als klar. Es ist milchig grün bis gelb. Die Strände sind teilweise steinig, meistens aber lang und sandig.

northern beaches, Queensland,australia, australien
northern beaches, Queensland,australia, australien
northern beaches, Queensland,australia, australien

Ein schöner und offizieller Aussichtspunkt mit Parktasche ist der Rex Lookout.
Von hier kann man die gesamte Trinity Bay einsehen.

northern beaches, Queensland,australia, australien

Bis Port Douglas passiert nichts Aufregendes.
Die Aussicht ist perfekt, die Straße nur mäßig befahren.
Wir machen so unsere Studien über die australische Straßenführung. Denn Kreisverkehr ist die Antwort auf die vielen Ampeln, die wir sonst kennen.
Ein Kreisverkehr folgt dem Anderen.
Und es funktioniert super, ohne daß man anhalten muß. Denn diese sind sehr großzügig angelegt. Geblinkt wird hier nach einem anderen Gesetz als bei uns.
Wir blinken nur, wenn wir den Kreisverkehr verlassen.
Hier gilt: geblinkt wird beim Einfahren.
links blinken - gleich die erste Straße aus dem Kreisverkehr verlassen
nicht blinken - man folgt der Straßenführung und fährt praktisch gerade aus
rechts blinken - man nimmt die dritte oder bei größerem Kreisverkehr, die vierte Ausfahrt.
Logisch und perfekt. Oder?

Port Douglas ist eine nette kleine Stadt.
Wegen einem ausgewiesenen Information-Center verlassen wir den Cook Highway.
In diesem Info-Center "lernen" wir wieder dazu. Hier gibt es kaum Informationen, wie wir das aus den USA kennen. Hier will man uns Reisen und Trips verkaufen. Auch Andenken aller Art könnten wir hier haben. Einen ordentlichen Stadtplan oder eine Landkarte kann man nur käuflich erwerben. Und selbst die, sind ziemlich mies, wenn man an Details interessiert ist.

Port Douglas, Queensland,australia, australien

Für den groben Überblick und um nicht verloren zu gehen, benutzen wir die App HERE. Also suchen wir uns den Weg dorthin, wo der Strand am breitesten ist.
Und so werden wir auf eine Straße geführt, an der sich ein Hotel oder ein Resort an das andere reiht. Nichts anderes gibt es hier. Und diese Straße ist lang. Sehr lang.
Dementsprechend ist auch das kleine Zentrum, das wir durchfahren, praktischerweise auf Touries in Massen ausgerichtet.
Irgendwie erinnert mich das an Palm Springs/California.
Nur ist momentan das Klima hier schöner als in Palm Springs in den Sommermonaten. Denn es ist herrlich warm und trotzdem trocken.

Am Ende der Macrossan Street direkt am Strand gibt es einen kleinen Parkplatz.
Ganz unauffällig beginnt hier auch der Aufstieg zu einem empfehlenswerten Ausblick, dem Flagstaff Hill Lookout.
Waren wir doch aus Sydney und dem Outback gewöhnt, daß alles sehr gut ausgeschildert ist, vermissen wir hier eine Übersicht wohin der Weg führt.

Port Douglas, Queensland,australia, australien

nördlich von diesem Strand beginnt der Weg

Trotzdem schauen wir uns das mal an. Denn etwas Bewegung tut einfach gut!
Oben angekommen, gibt es tatsächlich einen schönen Ausblick auf den langgezogenen Four Mile Beach, der ziemlich gut besucht ist.

Port Douglas, Queensland,australia, australien
Port Douglas, Queensland,australia, australien

Jetzt wäre es auch Zeit, mal eine Pause zu machen und das Flair zu genießen.
Genügend Restaurants gibt es ja. Aber was machen wir in der Zwischenzeit mit dem Auto?
Also schleichen wir die Straße lang, bis wir fast schon das Städtchen verlassen.
Rechterhand befindet sich der Port Douglas Yacht Club... für Clubmitglieder.
Hm.
Und tatsächlich muß man hier Clubmitglied sein. Aber selbstverständlich hat man hier nix gegen den Besuch des Clubrestaurants. Nur muß man in einem Schnellverfahren beitragsfreies Clubmitglied werden.
Das machen wir doch.
Die Veranda des Restaurants hat einen traumhaften Ausblick. Aber sie ist auch sehr gut besucht. Im Selfservice bestellen wir ein frischgezapftes Bier und einen wirklich leckeren Sauvignon Blanc.

Port Douglas, Queensland,australia, australien
Port Douglas, Queensland,australia, australien

Jetzt kommt eine etwas längere Fahrstrecke.
Wir folgen der Mossman-Daintree Road.
Und zwar viel zu lange. Aber erst im Ort Daintree fällt uns auf, daß wir die gutausgeschilderte Stichstraße zur Fähre über den Daintree River verpennt haben.
Kann ja mal passieren...
An einem Picknickplatz essen wir unsere Stullen und checken unsere Lage.

# Daintree Forest

Die Überfahrt befindet sich am Ende der Cape Tribulation Road und kostet 25AUD pro Auto.
Und wir kommen auch gleich mit der ersten Fähre mit. Denn die Autos werden in Dreierreihen platziert. So kommen etwas mehr als 25 Autos mit einem Mal auf die andere Seite.

Daintree River, Queensland,australia, australien

"Hier soll es viele Krokodile geben" sage ich zu Rainer.
"Ja, ich sehe auch eines" sagt Rainer.
"Echt?"
"Ja ein echtes..."

Krokodil,Daintree River, Queensland,australia, australien

Die Cape Tribulation Road schlängelt sich gen Norden. Links und rechts ein dicker und dichter Regenwald. Riesige Farne gedrängt zwischen Palmen und anderem Gehölz. Die Luft scheint feuchter als in Trinity zu sein.

, Queensland,australia, australien In einem Reisebericht habe ich von einer Ice Factory gelesen, wo man unbedingt das dort selbstgemachte Eis essen soll.
Rechterhand steht ein Hinweisschild: Ice Factory.
Das muß es sein.
Also nix wie stehenbleiben.
Rainer nimmt ein Vanilleeis und ich wähle ein Passionfruit-Eis.
Hm.
Also meins schmeckt absolut körnig und ist voll von Eiskristallen. Als wäre es schon mehrfach aufgetaut gewesen. Ich lasse das Eis austauschen. Das neue Eis hat mehr Geschmack. aber letztendlich schmeckt es wieder alles andere als empfehlenswert. Den letzten Teil werfe ich in den Mülleimer. Beim Öffnen des Deckels sehe ich, daß da viele halbvolle Becher reingeworfen worden sind. Da waren wohl auch andere unzufrieden. Es scheint das Fruchteis zu sein, was hier nicht schmeckt, denn Rainer ist ganz zufrieden, wenn auch nicht begeistert.

Wir fahren weiter.
Am Alexander Lookout schauen wir in Richtung Küste. Der Regenwald und die Mündung des Daintree Rivers sind sehr gut zu sehen.

Alexander Lookout, Queensland,australia, australien
Alexander Lookout, Queensland,australia, australien

Auf der Weiterfahrt werden wir per Schild auf "Achtung-Kasuare" hingewiesen. Ein Schild folgt dem anderen.
Wie immer.
Und wie immer ist kein Tier zu sehen. Nur Schilder.
Wie es aussieht, werden wir den Ort Cape Tribulation erst gen 3pm erreichen.
Wir überdenken unsere Tour. Denn schließlich sind wir knapp 120 Kilometer von Trinity Beach entfernt. Und für diese Strecke werden wir sicher mehr als zwei Stunden benötigen.
Wir entscheiden uns für eine Umkehr und trösten uns mit dem Gedanken, daß wir tiefsten Regenwald schon aus Borneo kennen. Und das sieht hier nicht anders aus.

Daintree, Queensland,australia, australien
Daintree, Queensland,australia, australien

An der Daintree Ice Company( ...Daintree Wilderness Lodge), die sich von Norden kommend auf der rechten Seite befindet, versuchen wir es noch einmal mit einem Eis.
Tatsächlich erkenne ich hier den in einem Reisebericht beschriebenen riesigen Obstbaumgarten.
Ja und wir zahlen hier für vier verschiedene Eiskugeln nur 6.50 AUD.
Das Eis hier: das schmeckt wirklich lecker.
Auf dem weitläufigen Gelände kann man umherspazieren und sich die beschilderten Obstbäume anschauen. Wahnsinn wie viele verschiedene Obstbaumsorten es gibt. Viele sind uns gänzlich unbekannt.

Daintree Ice Company, Queensland,australia, australien

An der Fähre für den Rückweg sind wir nicht die Einzigen, die auf die andere Seite wollen. Das war bei der Ankunft auf dem Hinweg noch nicht so.
Wir warten mehr als eine halbe Stunde bis wir wieder mitgenommen werden.

In Clifton Beach kaufen wir bei Woolworth noch ein paar Steaks für unser Abendbrot. Als wir zu Hause ankommen, ist es - was sonst - schon dunkel.
Wie praktisch. Am Pool sind zwei große BBQ Grills. Dort grillen wir unsere Steaks und lassen den Tag gemütlich ausklingen.

vue Apatments, Queensland,australia, australien
vue Apatments, Queensland,australia, australien

- Überblick -

daintree national park, Queensland,australia, australien